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Über 300 Gäste bestaunten gestern Schloss Hermsdorf

Zum Tag der Parks und Gärten lud die Schlossparkgesellschaft in das barocke Ambiente ein.

Von Bernd Goldammer

Landtagspräsident Matthias Rößler lobt auf der Internetseite des Dresdner Heidebogens das große bürgerschaftliche Engagement. Es mache die Erfolge unserer Schlösser, Parks und Gärten erst möglich. Davon überzeugten sich allein am Schloss Hermsdorf über 300 Besucher am gestrigen Tag der Parks und Gärten. Bei herrlichstem Sonnenschein konnten sie die Anlage erkunden. Die Kinder konnten sich auf dem Rücken der Pferde aus dem Reiterhof „Zur Papiermühle“ durch den herrlichen Schlosspark tragen lassen. Das war ein ganz besonderes Privileg. Doch es gab auch andere.

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„Von Wachau sind wir nach Seifersdorf gefahren, und als Höhepunkt haben wir uns das Hermsdorfer Barockschloss aufgespart, war von Paola Fichte und Rico Werner aus Dresden zu hören. Für die frisch verliebten war es der erste gemeinsame Ausflug per Fahrrad. Für sie war es aber auch ein kleiner Vorgeschmack auf die 8. Schlössertour am 21. September. Sie hatten einen Flyer dabei. „Den hat uns ein freundlicher Herr überreicht, der die Besucher am Eingang begrüßt hat.“ Der freundliche Herr war Frank Holata, Hermsdorfs Ortsvorsteher und Chef der Schlossparkgesellschaft. Gleich neben ihm war ein Kuchenbuffet aufgebaut, zu dem viele Familien der Schlossgeister ihre schmackhaftesten Kuchen beisteuerten. Der Erlös landet – wie seit vielen Jahren schon – in der Kasse des Vereins. Bevor die Gäste sich auf den Weg zu den vier Stationen des Tages machten, wurde so mancher Diätplan verschoben, um Kuchen und Kaffee vor der malerischen Schlosskulisse zu genießen. Das Wetter war das Geschenk des Tages. Zweiundzwanzig Grad zeigte das Thermometer am Nachmittag an. Kein Wunder also , dass Frank Holata so viele Besucher begrüßen konnte. Sie wollten die vielbeschriebene Eingangshalle bestaunen. Besonders angetan waren sie vom barocken Festsaal. Nach dem Auszug des Pflegeheims stand das Schicksal des Schlosses in den Sternen. Doch die Hermsdorfer wollten es nicht hergeben. Wer sich besagten Flyer anschaut, bekommt einen Blick für die Kulturbedürftigkeit im Hermsdorfer Land. Der Veranstaltungsplan liest sich wie ein bunter Blumenstrauß aus herzerfrischenden Farben. Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken. In ihrer Gemeinsamkeit haben es zahlreiche Hermsdorfer und Ottendorfer erst kürzlich geschafft, den einzigartigen Gartensaal wieder in das Kulturleben der Gemeinde zurückzuholen. Was den Besuchern jetzt wie ein Wunder vorkommt, ist lediglich eine besondere gemeinsame Stärke, die anderswo leider schon lange verloren gegangen ist.

Vor dem Gartensaal konnten die Besucher großartige Arbeiten des Ottendorfer Fotografen Ulrich Köhler bestaunen und natürlich auch kaufen. Wer die Fotos betrachtet, spürt – Köhler liebt die Landschaft um den Schlosspark. Deshalb weiß er auch, wann sie sich im schönsten Lichte zeigt. Nächste Station der Schlosserkundung war die Schlosskapelle. 1777 wurde sie geweiht und wie in Cornelius Gurlitts „Darstellung der ältesten Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen“ zu erfahren ist, handelte es sich damals um eine Sanierung. In der Gruft im Schlossgelände wurden die Besucher schließlich noch an die Vergänglichkeit allen Seins erinnert. Verloren gegangen ist die Geschichte von Schloss und Park aber nicht. In einem Buch von Ingrid Eisold ist sie aufbewahrt.