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Über 80.000 Ausländer arbeiten in Sachsen

Erstmals stammen fünf Prozent der Beschäftigten aus anderen Staaten. Im Wettbewerb mit Hessen reicht das nicht.

Von Georg Moeritz
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© Symbolbild: Ronald Bonß

Dresden. Sächsische Unternehmen stellen zunehmend Bewerber aus anderen Staaten ein. Im März dieses Jahres waren erstmals mehr als 80.000 ausländische Staatsbürger in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die mit Abstand größten Gruppen kommen aus Sachsens direkten Nachbarstaaten Polen und Tschechien. Auf Platz 3 steht Rumänien. Allein in den letzten zwölf Monaten vor der Zählung wurden 1.351 Rumänen zusätzlich in Sachsen eingestellt. Das ergibt sich aus der jüngsten Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Der Bedarf wächst: Jeder zweite Unternehmer in der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) hat nach deren jüngster Umfrage Interesse an internationalen Mitarbeitern. 

Die Kammer fragte wegen Fachkräftemangels und schrumpfender Bevölkerung danach. 38 Prozent der befragten Betriebe haben demnach bereits ausländische Mitarbeiter eingestellt.

© SZ

Doch in manchen Bundesländern ist der Ausländer-Anteil an den Belegschaften dreimal so hoch wie in Sachsen. Fünf Prozent der Beschäftigten in Sachsen sind Ausländer. Baden-Württemberg und Hessen kommen auf 16 Prozent, Berlin und Bayern auf 15.

Dabei sind Selbstständige und Minijobber nicht mitgezählt. Laut Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, ist Sachsens Wirtschaft darauf angewiesen, sowohl Auspendler zurückzugewinnen als auch Fachkräfte aus dem Ausland zu finden.

Von den 80.931 beschäftigten Ausländern in Sachsen haben rund 11.500 einen akademischen Abschluss. Gut 4.000 sind Meister oder Techniker, 38.000 als Fachkräfte und 27.000 als Helfer beschäftigt. Ihr mittleres Einkommen beträgt in Sachsen 1.968 Euro brutto im Monat, in Baden-Württemberg 2.764 Euro.

Die IHK fragte Unternehmer, die keine Ausländer beschäftigen, nach Gründen. 59 Prozent nannten mangelnde Deutschkenntnisse. 19 Prozent kreuzten an, dass sie Probleme bei der Integration ins Team oder Vorbehalte ihrer Kunden erwarten.

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