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Über die Elbe

Die aktuelle Sonderschau im Stadtmuseum zeigt An- und Einsichten zum Leben am Fluss.

Von Harald Daßler

Der große Fisch hat es Martin besonders angetan. Für dieses über zwei Meter lange Ausstellungsstück kann sich der Viertklässler besonders begeistern. Das ist ein Stör, sagt Steffen Förster. Der diplomierte Museologe erklärt Martin und den anderen Schülern der Johannesschule, dass dieser Fisch vor 120 Jahren in der Elbe lebte. Max wirft ein, dass der Stör den Menschen zum Feind hat. Steffen Förster gibt ihm Recht: „Der Mensch hat dafür gesorgt, dass der Stör die Elbe nicht mehr hinaufwandert“.

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Der Ausflug der Grundschüler über die Elbe ins Stadtmuseum am Heinrichsplatz während ihres Sachkunde-Unterrichts bringt ihnen weitere Begegnungen mit der Elbe. Die neue Sonderschau will den 1100 Kilometer langen Fluss in verschiedenen Facetten zeigen. Ein Jahr, nachdem die Elbe die Stadt Meißen flutete, sollen nicht Zerstörungskraft, sondern landschaftliche Schönheit und Nutzen der Elbe im Vordergrund stehen.

Nicht nur die Tiermodelle – zu sehen sind auch Elbebiber, Kormoran oder Graureiher – ziehen die Aufmerksamkeit der Schüler auf sich. Sie entdecken auch Schiffsmodelle mit stolzen Segeln. Steffen Förster hat aufmerksame Zuhörer. Er erzählt ihnen auch über die Flößerei, die bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts dafür sorgte, dass Bäume, die im Böhmischen geschlagen wurden, in den Sägewerken entlang der Elbe verteilt wurden. Dass das Flößen auch die Holzwürmer aus den Stämmen und den daraus gefertigten Möbeln vertrieb, streut er während des Rundgangs in seinen Vortrag mit ein.

Dank zahlreicher Leihgaben konnte das Museum eine vielseitige Ausstellung kreieren, die bis zum 2. November zu sehen ist. Hingucker sind auch Fotos der Serie „Die Elbe aus der Luft“. Sie war in Magdeburg für eine Internationale Bauausstellung konzipiert worden. Die Luftaufnahmen, vor denen die Mädchen und Jungen staunend stehen bleiben, zeigen überraschende Sichten – von der Quelle bei Spindler Mühle über Buhnenlandschaften bei Mühlberg bis zur Mündung der Elbe in die Nordsee bei Cuxhaven. Die Aufnahmen, die der Fotograf Michael Kranz von einer Cessna aus anfertigte, dokumentieren aber auch Industrietürme eines Chemiewerkes bei Wittenberg oder das schier unendliche Gleisgewirr am Hamburger Hafen.

Ebenfalls zu bestaunen sind 60 Gemälde und Grafiken rund um das Thema Elbe aus den Sammlungen von Stadtmuseum und Stadtarchiv Meißen. Im wahrsten Wortsinne im Mittelpunkt der Sonderausstellung steht die 2007 restaurierte zehn Meter lange Schluppe, die als Boot eines Elbfischers hergerichtet ist.

Die Schau ist noch bis zum 2. November zu sehen