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Über sieben Brücken gehen

Der Landkreis Kamenz will auch im kommenden Jahr am Straßenbauprogramm festhalten. Der Kreistag bestätigte jetzt die Prioritätenliste. Insgesamt wurden sieben Brücken, neun Straßen und drei Radwege aufgenommen.

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Von Frank Oehl &Ralf Grunert

Landkreis. Die Höhe der Baukosten würde sich insgesamt auf etwa 9,65 Millionen Euro belaufen. Ob das Geld aufgebracht werden kann, ist allerdings noch völlig offen. Der Landkreis müsste für die teilweise mit bis zu 75 Prozent geförderten Baumaßnahmen zumindest den Eigenanteil aufbringen. Dies wird angesichts der angespannten Haushaltslage schwierig.

Das zuständige Dezernat geht davon aus, dass in der Liste sowieso nur der „dringend notwendige Ausbaubedarf“ festgelegt ist. Auf dieser Arbeitsgrundlage werde jetzt weiter geplant, damit nach der Haushaltsdebatte für 2004 kein großer Zeitverlust eintritt. Landrätin Petra Kockert (CDU) hatte zuletzt mehrfach das Festhalten am ehrgeizigen Infrastrukturprogramm bekräftigt. Daraus könnten, so die Kreischefin, wesentliche Impulse für Industrieansiedlungen ausgehen, heißt es. Der Ausbau der Kreisstraßen ergänze die Vorhaben des Landes, auch und gerade in Richtung der Zubringer zu den Bundesstraßen und zur Autobahn A 13 bei Burkau. Wenn die Prioritätenliste wie jetzt vorgesehen abgearbeitet würde, wäre dies nur ein relativ geringer Rückgang in der kreislichen Investitionstätigkeit auf dem Straßenbausektor gegenüber 2003. In diesem Jahr waren – ohne straßenbegleitende Radwege – etwa 9,7 Mio Euro in den Vermögenshaushalt eingestellt gewesen, die sich in 6,7 Mio Euro Fördermittel, 2,6 Mio Euro Landkreisanteil und 400 000 Euro Gemeindeanteil aufsplitteten.

Wie auch schon in diesem Jahr legt der Landkreis großen Wert auf eine möglichst gleichmäßig übers Kreisgebiet verteilte Verteilung der Bauvorhaben. Hauptposten wären der grundhafte Ausbau der Ortsdurchfahrt Groß Särchen mit Rad- und Gehweg im Wert von 1,1 Mio Euro, die Brücke über die Schwarze Elster und Sohlgleite in Tätzschwitz (knapp 1 Mio Euro) und die Verbindungsstraße zwischen Hauswalde und Ohorn im Wert von etwa 920 000 Euro.

Zur Sicherung des Eigenanteils will die Kreisverwaltung auch Gelder aus dem öffentlichen Dienst locker machen. Durch Einsparungen. Wie dies konkret geschehen soll, blieb vorm Kreistag in Neustadt/Spree noch offen.