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Überflüssige Amerikanisierung

über die neuen Polizeisignale

Thomas Christmann

Stopp, Polizei! Und aufgepasst, Autofahrer! Bald zieht das amerikanische Lebensgefühl auch auf deutschen Straßen ein. Das typische Wiuwiu einer kriminalitätsbelasteten Innenstadt der USA ist nicht länger nur Teil von Hollywood-Filmen, sondern bestimmt dann ab sofort die Geräuschkulisse in der ländlich geprägten Oberlausitz. Dazu blinkert rotes Licht über dem Funkstreifenwagen. Live und in Farbe! Dazu kreisen Hubschrauber über dem Himmel, filmen wilde Verfolgungsjagden von Tempo-30-Sündern. Und tiefhängende Colts an der Hüfte der coolen Cops mit der Sonnenbrille lassen am Ende jeden Täter vor Angst aufgeben.

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Okay, ich habe zu viel ferngesehen und wie im Film übertrieben! Ganz so dramatisch wird die Realität dann doch nicht. Aber der Eindruck entsteht. Erst haben die grünen Uniformen nicht mehr ausgereicht, nun folgen Martinshorn und Blaulicht. Die neuen Signale sollen Autofahrer eher zum Halten bewegen. Doch wer schon jetzt nicht regelmäßig in den Rückspiegel schaut, schlecht hört und sieht, hat auf der Straße sowieso nichts verloren. Ob Yelper und Flasher also tatsächlich etwas bringen, ist zu bezweifeln. Eher verwirren sie. Wenn schon etwas Neues, dann doch lieber den Ton der Tatort-Melodie. Den kennt auch jeder aus dem Film, aber er nervt nicht so.