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Überfüllte Glascontainer nerven Dresdner

Die Sammelplätze für Altglas quellen über. Herumstehende Flaschen und Gläser verzögern jedoch die Entleerung.

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Von Kathrin Kupka-Hahn

Heinz Prange ist entsetzt. „So schlimm war es noch nie“, schimpft der 73-Jährige. Er wohnt seit 1966 in dem großen Wohnblock Am See. Von seiner Wohnung kann der Rentner direkt auf den Glascontainer in der Marienstraße neben dem alten Fernmeldeamt blicken. Dort stehen massenweise Flaschen und Gläser: auf dem Container, hinter dem Container, in Plastikbeuteln, einzeln und sogar auf dem Fußweg. „Seit Weihnachten ist das Altglas hier nicht mehr abgeholt worden“, erzählt er. Einige Nachbarn hätten anfangs noch versucht, für Ordnung am Sammelplatz zu sorgen. Doch als immer mehr leere Flaschen und Gläser abgestellt wurden, hätten sie aufgegeben. Mehrmals sei die Servicenummer angerufen worden. Nie sei jemand erreicht worden.

Den Unmut des Rentners kann Tilo Timmermann, Pressesprecher des Entsorgungsunternehmens Veolia, nachvollziehen. Ursprünglich sollten ab Weihnachten zwei Sammelfahrzeuge im Stadtgebiet unterwegs sein und die über 120 Glascontainer von Veolia entleeren. „Leider ist ein Fahrzeug zwischen Weihnachten und Neujahr kaputt gegangen“, sagt er. Die Reparatur des defekten Fahrzeuges wurde bis Neujahr erledigt. Jetzt habe das Unternehmen ein drittes Fahrzeug eingesetzt. Bisher seien auf der südlichen Elbseite 45 Tonnen Glas eingesammelt worden, unter anderem auch in Gorbitz und Löbtau. In Briesnitz sieht es nicht besser aus wie in der Marienstraße.

„Was soll ich machen“, fragt Haitam Aljanazreh, ein Nachbar von Herrn Prange. Er wollte sein Altglas im Container entsorgen. Jetzt muss er sie zu den anderen stellen, was ihm sehr peinlich ist. „Mich ärgert, dass mitten in der Stadt, wo viele Touristen vorbeikommen, so ein Schandfleck ist“, sagt er. Die Stadt würde einfach nur zuschauen und nichts machen. Er will beobachtet haben, dass die Mitarbeiter vom Ordnungsamt jeden Tag auf dem benachbarten Parkplatz vorbeikommen und jede Ordnungswidrigkeit fotografieren. Nur diesen Missstand nicht.

„Die Menge der Glasflaschen dieses Jahr ist außergewöhnlich hoch“, sagt Rathaussprecher Karl Schuricht dazu. Die Stadt bedauert die Unannehmlichkeiten, die durch die fehlende Entleerung entstanden sind. Für die Altglasentsorgung in Dresden sind mehrere Unternehmen tätig – die Stadtreinigung, einige private Unternehmen und Veolia.

„Wir sind mit Hochdruck dabei, die Container zu entleeren“, sagt deren Pressesprecher. Jedoch werde die Arbeit durch die vielen herumstehenden Flaschen an den Sammelplätzen erschwert. Sie müssen von Hand eingesammelt werden. Grundsätzlich sei Veolia auf das erhöhte Glasaufkommen während der Feiertage eingestellt gewesen. Nicht kalkulierbar sei, dass ein Fahrzeug ausfällt, so Tilo Timmermann.