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Übertriebene Warnung im Netz

Die Polizei relativiert Meldungen, dass derzeit Kriminelle Wohnungen ausspionieren würden.

Von Anja Beutler

Landkreis. Die Warnungen vor den angeblichen Brandmelder-Kontrolleuren laufen überall: Seit einigen Tagen ist in den sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook zu lesen, dass mutmaßliche Kriminelle bei Privatleuten klingeln und unter dem Vorwand, die seit Jahresbeginn vorgeschriebenen Rauchmelder kontrollieren zu wollen, Wohnungen ausspionieren. Polizei-Sprecher Thomas Knaup relativiert jedoch auf Nachfrage akute Sorgen: „Uns ist kein einziger Fall in den Kreisen Görlitz und Bautzen bekannt“, sagt er. Natürlich solle man immer vorsichtig sein, wenn man Fremde in die Wohnung lasse, betont der Polizeisprecher. Aber einen Hinweis auf eine Bande, die auch in dieser Gegend ihr Unwesen triebe, gebe es nicht.

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Was nun die Aufregung im Internet ausgelöst habe, kann Knaup nicht sagen. Er sieht jedoch bekannte Tendenzen, dass sich solche Warnungen unkontrolliert und rasant verbreiten. Abgesehen davon, müsste Hausbewohnern oder Hausbesitzern auch auffallen, dass es trotz einer Gesetzesänderung keinen Grund für eine solche Kontrolle gibt. Denn vorgeschrieben sind solche Rauchmelder nach wie vor in öffentlichen Gebäuden und – neu – nun auch in Neubauten, die in diesem Jahr entstehen. In anderen Privatgebäuden gibt es in Sachsen nach wie vor keine Pflicht, solche Warnanlagen nachzurüsten.