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Handball-Manager überwältigt und dankbar

Die SG Pirna Heidenau kämpft ums Überleben, ein Geisterspiel sorgt nicht nur bei Uwe Heller für neue Zuversicht.

Geschäftsführer Uwe Heller macht sich derzeitviele Gedanken um die Zukunft der SG Pirna Heidenau. Die Unterstützung von Fans und Sponsoren ist dem Oberligisten sicher, wie der Ansturm auf die Geisterspiel-Tickets beweist.
Geschäftsführer Uwe Heller macht sich derzeitviele Gedanken um die Zukunft der SG Pirna Heidenau. Die Unterstützung von Fans und Sponsoren ist dem Oberligisten sicher, wie der Ansturm auf die Geisterspiel-Tickets beweist. © Marko Förster

Am 7. März haben die Oberliga-Handballer der SG Pirna Heidenau ihr letztes Punktspiel bestritten. Keiner der mehr als 300 Zuschauer in der Sporthalle auf dem Sonnenstein ahnte an diesem Abend, dass der 27:23-Heimsieg über Spitzenreiter HC Burgenland vorerst das letzte sportliche Highlight der Mannschaft von Trainer Dusan Milisevic sein würde.

Die Corona-Krise stellt nun auch den Pirnaer Verein vor eine harte Bewährungsprobe. „Für uns fallen leider keine Einnahmen an, die letzten beiden Heimspiele waren an Sponsoren verkauft. Da fließt jetzt kein Geld“, so Geschäftsführer Uwe Heller. „Schon im Verlauf der Saison hatten wir leider eine Kündigung von Sponsorenbeträgen im mittleren fünfstelligen Bereich zu verzeichnen. Zuletzt waren wir in guten Gesprächen, um wenigstens einen Teil davon zu kompensieren. Nun Corona. Damit ist diesbezüglich erst mal alles auf Eis gelegt. Und natürlich folgt daraus auch, dass wir momentan keinerlei Neuverpflichtungen tätigen, da uns ja niemand sagen kann, wann und wie die Saison beendet wird oder ob am Termin für das nächste Spieljahr festgehalten werden kann.“

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Mehr als 1.100 Tickets verkauft

Glück im Unglück: Auf die Treue und Unterstützung ihrer Fans können die Handballer bauen. Bis Sonntagabend wurden für das ins Leben gerufene „Geisterspiel“ 1.145 Karten zum Mindestpreis von fünf Euro verkauft. Zur Erinnerung: Der Heimzuschauer-Schnitt liegt in dieser Saison nach Verbandsinformationen bisher bei 305. „Wir sind dankbar, haben niemals mit dieser Resonanz gerechnet“, sagt Heller. „Unterstützung kam aus allen Teilen der Republik, von ehemaligen Spielern und Trainern; auch Sponsoren, die sich ohnehin schon engagieren, haben nochmals in die Tasche gegriffen.“ Dem sprachgewandten Geschäftsführer bleibt fast die Sprache weg: „Ich kann es wirklich kaum in Worte fassen, ich bin einfach nur überwältigt, wie viele Menschen unsere Jungs ins Herz geschlossen haben. Wir werden uns sicher etwas einfallen lassen, um in besseren Zeiten wieder etwas zurückzugeben.“ Am Ostermontag ging die Aktion zu Ende.

Wie es im Spielbetrieb weitergeht, ist offen. Das für den 18. April in Plauen angesetzte Punktspiel fällt definitiv aus. Eine Woche später müssten die Milisevic-Schützlinge bei der HG 85 Köthen antreten. Der Spielbetrieb bleibt deutschlandweit bis einschließlich 19. April ausgesetzt. Für die folgende Zeit empfiehlt das Präsidium des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nun sogar die Beendigung des Spielbetriebes der Saison 2019/20 in den Landesverbänden, also in den Klassen unterhalb der 3. Liga. Das reguläre Saisonende ist der 30. Juni. Alle relevanten Spielordnungsregelungen stellen auf diesen Termin als Saisonende ab. Zudem legt das Präsidium den Meldeschluss für die Folgesaison der 3. Liga auf den 15. Mai fest und empfiehlt den Landesverbänden eine entsprechende Terminierung. Heller: „Es wird gemunkelt, dass keine Absteiger ermittelt werden. Aufsteigen darf, wer will, die Ligen spielen dann mit mehr Mannschaften. Wir werden sehen.“

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