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Übigau wird trocken gelegt

Der Freistaat plant, an mehreren Stellen Schutzmauern zu errichten. Auch an der Flutrinne werden die Deiche verstärkt.

© Steffen Unger

Von Kathrin Kupka-Hahn

Ein Jahr nach dem Junihochwasser laufen die Planungen in Sachen Hochwasserschutz für den Dresdner Nordwesten auch bei der Landestalsperrenverwaltung auf Hochtouren. Schließlich drohte im vergangenen Jahr neben Pieschen auch die „Übigauer Insel“ – der Landstrich zwischen Elbe und Kaditzer Flutrinne – an mehreren Stellen regelrecht „abzusaufen“.

Late Night Shopping Dresden
Late Night Shopping Dresden
Late Night Shopping Dresden

Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein. Vom Neumarkt an der Frauenkiche bis zur Prager Straße beteiligen sich zahlreiche Händler und die großen Einkaufsgalerien an der Aktion.

Glücklicherweise verhinderten dies auch hier unzählige freiwillige Helfer mit ihren Schutzwällen aus Sandsäcken: auf dem Deich entlang der Flutrinne, an der Lindenschänke in Altmickten, an der Ecke Böcklin-/Scharfenberger Straße und in Altübigau. Dort drohte sogar die Kindertagesstätte des privaten Trägers „Übigauer Großfamilie“, in dem 50 Kinder betreut werden, überschwemmt zu werden. „Doch auch wir hatten aus der Flut von 2002 gelernt“, sagt Kita-Leiterin Annett Bräunlich.

Mitarbeiter der Humuswirtschaft Kaditz, die Eigentümerin des Kita-Grundstückes ist, Eltern und Anwohner haben Spundwände auf dem Außengelände der Kita aufgebaut. „Dadurch wurde verhindert, dass das Wasser wieder in unseren Keller läuft“, erzählt Bräunlich. Jedoch hat es das Außengelände der Kita erwischt. Rund vier Wochen hat es gedauert, bis die Kinder hier wieder im Freien spielen konnten. „Es wäre schon schön, wenn uns das künftig erspart bliebe“, sagt Bräunlich.

Und genau danach sieht es im Moment aus. In Altübigau soll die bereits bestehende Mauer an der Elbe verstärkt und teilweise neu gebaut werden. Das teilt die Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung, Katrin Schöne, auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung mit. Zudem soll an dem Durchgang zur Elbe ein Hochwasserschutztor errichtet werden. Kita-Leiterin Annett Bräunlich ist von dem Vorhaben begeistert. „Ich hoffe, dass das Flair unseres Dorfplatzes nicht zerstört wird“, sagt sie.

Auch an anderen Stellen wird laut Landestalsperrenverwaltung in den Hochwasserschutz investiert. So soll der Deich, der als südliche Begrenzung der Kaditzer Flutrinne dient, neu gebaut werden. In Altmickten, zwischen der Mündung der Kaditzer Flutrinne und der Straße Altmickten, wird eine Hochwasserschutzwand errichtet. Zudem soll der Deich vor der Kläranlage saniert und erhöht werden. Höher werden muss ebenfalls das Gelände oberhalb der Autobahn.

Rund zwölf Millionen Euro kosten die genannten Vorhaben ersten Schätzungen zufolge. Wann sie jedoch umgesetzt werden, steht momentan noch nicht fest, teilt Katrin Schöne mit. Schließlich muss die Landestalsperrenverwaltung zahlreiche weitere Projekte umsetzen. Nach dem Hochwasser 2002 wurden in Sachsen 47 Schutzkonzepte für Gewässer 1. Ordnung und die Bundeswasserstraße Elbe aufgestellt. Diese beinhalten rund 1.600 Maßnahmekomplexe mit jeweils bis zu 30 Einzelvorhaben „Die Umsetzung unserer Hochwasserschutzkonzepte ist eine Generationenaufgabe und wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen“, sagt Schöne. So auch in Übigau. Jetzt sind erste Entwurfsplanungen für die Deichneubauten an der Flutrinne und an der Kläranlage fertig. Für die anderen Vorhaben müssen noch umfangreiche Abstimmungen mit der Stadt und den Grundstückseigentümern erfolgen. Danach sei ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren erforderlich. Wie schnell dieses abgeschlossen wird und Genehmigungen erteilt werden, hängt maßgeblich von den Stellungnahmen der verschiedenen Ämter der Stadtverwaltung und von der Unterstützung der Grundstückseigentümer ab.