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Dippoldiswalde

Uhrenmuseum feiert eine Dynastie

Im Museum in Glashütte werden nicht nur Uhren und Messinstrumente gezeigt. Die Macher überraschen mit einer Familie, die seit 25 Jahren Uhren baut.

Thilo Mühle ist der Spross einer Unternehmenfamilie aus dem Müglitztal. Das Uhrenmuseum Glashütte stellt die Familie und ihr Wirken in einer neuen Schau vor..
Thilo Mühle ist der Spross einer Unternehmenfamilie aus dem Müglitztal. Das Uhrenmuseum Glashütte stellt die Familie und ihr Wirken in einer neuen Schau vor.. © Egbert Kamprath

Seit 150 Jahren ist die Familie Mühle unternehmerisch im Müglitztal aktiv, seit 25 Jahren auch als Uhrenhersteller. 

Das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte würdigt das mit der neuen Sonderausstellung „Mühle-Glashütte: Eine Familie der Uhrenindustrie“, die am Donnerstagabend eröffnet wurde.

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Begonnen hat alles mit Robert Mühle. Er wurde 1841 in Lauenstein geboren und erlernte beim bekannten Uhrmachermeister und Uhrenfabrikanten Moritz Großmann das Feinmechaniker-Handwerk. 1869 gründete er die Firma „Robert Mühle Glashütte i. SA“, die Präzisionsmessgeräte fertigte und damit das Unternehmertum der Familie begründete. Danach gab es ein Auf und Ab, erklärte Thilo Mühle. Er leitet die Uhrenfirma Mühle-Glashütte, die über 60 Mitarbeiter beschäftigt und nicht nur klassische Armbanduhren baut, sondern auch Sport-, Taucher- und Schiffsuhren.

Mühles Team war maßgeblich an der Ausgestaltung der Sonderschau beteiligt. Gezeigt werden nicht nur Uhren und Messinstrumente, sondern auch Zeitungsausschnitte, Videos und Dokumente, einige davon auch aus dem Familienbesitz. Jede der bisher tätigen fünf Genarationen wird in einem eigenen Bereich unter einem Modell eines Baumes vorgestellt. Das ist nicht die einzige Anspielung auf den Wirkungsort der Familie, das Müglitztal. Der Fluss wurde auf dem Boden stilisiert, es gibt auch eine kleine Holzbogenbrücke. 

Auch akustisch hebt sich die Schau von allen bisherigen Sonderausstellungen ab. Es werden nicht nur die typischen Geräusche aus einer Uhrmacherwerkstatt eingespielt, sondern Geräusche, die ein Specht verursacht. Warum? Das erfahren die Besucher in der Ausstellung: Nur so viel sei verraten: Es geht um eine Baugruppe in der Uhr, für die Mühle das Patent besitzt.

Zu der Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, erklärt Museumsleiter Reinhard Reichel. Jeden Freitag und jeden ersten Sonnabend im Monat zeigt ein Uhrmacher ab 13 Uhr sein Können. In den Sommer- und Herbstferien bietet sein Museum jeweils dienstags von 10.30 bis 12 Uhr ein Kinderprogramm an. Hier wird unter anderem die Frage beantwortet, warum bei Mühle-Glashütte Uhren hergestellt werden und kein Mehl gemahlen wird. Am 19. September wird Seniorchef Hans-Jürgen Mühle einen Vortrag halten, in dem er seine Familie und die Verbindungen zur Glashütter Uhrenindustrie erläutert. (SZ/mb)

Uhrenmuseum, täglich 10-17 Uhr geöffnet.

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