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Uhrwerk-Geschäft zieht an den Zinzendorfplatz

Peter Pohl hat die Firma an seine Tochter übergeben. Adina Pohl hatte nie vor, aus Niesky wegzugehen. Sie testet jetzt durchgehende Öffnungszeiten.

© Jens Trenkler

Von Carla Mattern

Der erste Kunde im neuen Geschäft hat keine Uhr gekauft und auch keinen Schmuck. Er ließ bei einer Uhr die Batterie auswechseln. Der zweite Kunde erkundigte sich nach einem Ersatzteil. Adina Pohl erzählt das mit einem Lächeln. Sie bekommt sogar Grübchen, wenn sie richtig lacht. Dieser Freitag ist ein Tag zum Lachen und zum Freuen. „Uhrwerk“ heißt das neue Geschäft am Nieskyer Zinzendorfplatz. Und Adina Pohl mit ihren 31 Jahren ist die Geschäftsinhaberin. Ihr Vater Peter Pohl hat ihr sein Geschäft übergeben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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Denn das angestammt Geschäft an der Lehrergasse 1 wird jetzt leerstehen. Peter Pohl war 1991 der Erste, der in dem Komplex der neu gebauten Wohn- und Geschäftshäuser einzog. Seitdem hat er seine Kunden von dort aus versorgt. Seit 2011 unterstützt ihn seine Tochter. Sie ist Uhrmacherin, hat das in Glashütte von der Pike auf gelernt. Schon im Juli vor drei Jahren hatten Vater und Tochter den Generationswechsel angekündigt. Damals war die junge Fachfrau nach Lebensstationen in Eschwege und Erfurt wieder zurückgekehrt nach Niesky. Als sie in das väterliche Geschäft einstieg, kümmerte sie sich vor allem um die Reparaturen.

Doch mittlerweile berät sie Kunden genauso in Sachen Schmuck wie Uhren. „Das gehört dazu und macht auch Spaß“, sagt Adina Pohl. Sie hatte bereits mehr als ein Jahr nach neuen Geschäftsräumen Ausschau gehalten. Der Laden in der Lehrergasse liegt zwar nahe am Zinzendorfplatz. Aber er liegt nicht gut in Sichtweite für Kunden, die zu Fuß oder im Auto unterwegs sind. Der neue Laden schon. Wo es bis vor einigen Monaten noch Tee, Liköre und Süßigkeiten gab, stehen jetzt die Möbel aus dem Uhren- und Schmuckgeschäft an der Lehrergasse. Auch Geschäftsräume im Brüderhaus, an der Bautzener Straße und im Sparkassenkomplex hatte die Geschäftsfrau in Augenschein genommen beziehungsweise sich darüber informiert. Manches war zu klein, anderes ungünstig zu erreichen für die Kunden, erzählt sie.

Doch die Räume am Zinzendorfplatz neben denen von Silvia Schatte haben Adina Pohl auch Kopfzerbrechen bereitet. Eigentlich wollte sie hier schon viel eher eröffnen. Bereits im Mai war der alte Mietvertrag mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Niesky ausgelaufen. Doch immer wieder gab es Hindernisse. So dauerte es länger als gedacht, bis beispielsweise die neuen Fensterscheiben eingebaut waren. Doch das spezielle einbruchsichere Glas ist eine Voraussetzung für ein Geschäft wie ihres. Das fordern die Versicherungen. Zu Recht. Nicht nur einmal hatte Peter Pohl an seinem Geschäft Einbruchspuren feststellen müssen. Unbekannte hatten beispielsweise mit einer großen Gehwegplatte versucht, die Scheibe zu zerstören. Sie waren nie in das Uhrenfachgeschäft hineingekommen.

Mit Steinen geschmissen hat bisher noch niemand gegen Fenster oder Türen von Adina Pohls Geschäft. Aber während des Umzugs von der Lehrergasse an den Zinzendorfplatz haben einige Kunden schon geklopft oder auch hereingeschaut. Dass seine Stammkunden auch hierherkommen, wünscht sich Peter Pohl, der mit 73 Jahren jetzt ruhiger treten wird. Es können auch neue Kunden hinzukommen, wünscht er sich. Seine Nachfolgerin will dafür auch einen Anreiz setzen. Das Geschäft hat ab sofort durchgehend geöffnet, ohne Mittagsschließzeit, sagt Adina Pohl.