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Ultraleichte fliegen auf Brauna

48 Flugzeuge stiegen beim 22. Sachsenmarathon der Ultraleichtflieger auf – es war die Neuauflage einer Tradition.

Wer durch Brauna kam, dürfte sie bemerkt haben: Die Ultraleichtflieger, die hier – traditionell kurz vor Pfingsten – zu ihrem Sachsenmarathon gestartet sind. Immerhin bereits dem 22. Der Ultraleichtflugclub Brauna lud als Veranstalter nach einjähriger Pause wieder zur größten Luftwanderveranstaltung für UL-Flieger in Deutschland ein. Die schöpferische Auszeit habe man dazu genutzt, die Organisation hinsichtlich Durchführbarkeit und Sicherheitskonzept zu überarbeiten, heißt es aus dem Verein. Neben der neu strukturierten Aufgabenverteilung wurden Ideen für neue Ziele gesucht. So flogen zum Beispiel acht Maschinen im August 2013 an die Ostsee, um zu testen, ob man diese Tour beim Sachsenmarathon anbieten könnte. In diesem Fall hieß es am Ende – leider nein. Mit Standard-Ultraleichtfliegern ist die Strecke an einem Tag hin und zurück nicht zu bewältigen. Spannend wurde es beim Marathon trotzdem – auch wenn eine Unsicherheit blieb: das Wetter. Am entscheidenden Tag gingen heftigste Unwetter im Raum Dresden nieder. In Meißen wurden Straßen zerstört, in Hoyerswerda stand ein Einkaufszentrum unter Wasser. Brauna wurde zum Glück verschont. Ein durchnässter und damit unbenutzbarer Flugplatz wäre der Supergau gewesen. Aber es kam noch schlimmer. Am Mittwoch, dem Hauptanflugtag der meisten Teilnehmer, war ganztägig X-Ray, also Regen, keine Sicht und aufliegende Wolken. Kein einziges Flugzeug aus Süd- oder Westdeutschland konnte anfliegen. Einige Optimisten aus Bremgarten oder Mengen waren bis nach Franken vorgedrungen, mussten aber am Nachmittag wieder den Heimflug antreten. Selbst am ersten Veranstaltungstag blieb das Tiefdruckgebiet „Annetraut“ wetterbestimmend. Bis gegen 15 Uhr wurde die Entscheidung herausgezögert, ob zumindest ein Teil der geplanten Strecke Brauna - Weimar - Altenburg - Brauna (394 km) geflogen wird. Die Wolkenuntergrenzen von teilweise unter 1000 Fuß ließen kein sicheres Fliegen in Formationen zu. Somit musste die erste Tour gecancelt werden. Die Fliegerfreunde in Weimar und Altenburg, die viel vorbereitet hatten, waren über diese Entscheidung nicht erfreut, hatten jedoch Verständnis, dass sich die Veranstaltungs-leitung für die sichere Variante entschlossen hatte. Ein Dankeschön an diese Vereine, die stornokostenfrei auf Thüringer Rostbratwurst und bestelltem Kuchen sitzenblieben. Ab Freitag hatte Petrus besseres Wetter im Angebot. Mit 37 Ultraleichtfliegern ging es nach Norden. Nach einem kurzen Zwischenstopp flogen die sieben Formationen in Richtung Potsdam über das Neue Palais und Schloss Sanssouci zurück nach Brauna. Für den Abend war kurzweilige Unterhaltung organisiert. Der Samstag präsentierte sich – endlich – mit prächtigem Flugwetter. Somit konnten acht Formationen mit insgesamt 41 Maschinen den 3. und letzten Tag des Sachsenmarathons 2014 absolvieren. Es ging mit Nord-Ost-Kurs vorbei am Kraftwerk Boxberg und den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau nach Zielona Góra (Grünberg, Polen). Dort erwartete die 78 Piloten ein perfekt organisiertes und leckeres Barbecue, welches die polnischen Fliegerfreunde am Flugplatz Przylep vorbereitet hatten.

Für die Veranstalter steht fest: Der 22. Sachsenmarathon reihte sich würdig in die Tradition seiner Vorgänger ein und macht Lust auf mehr. Ohne die Wetterkapriolen zum Wochenanfang wäre das Teilnehmerfeld sicherlich um 10 - 15 Maschinen größer gewesen. Spaß hatten Organisatoren und Flugfans aber trotzdem. (JA, SZ)

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