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Um die Weihnachtszeit ist es besonders schwer

Hell leuchten die Kerzen im Raum der Begegnungsstätte der Diakonie-Sozialstation in Niesky. Räuchermännchen verbreiten weihnachtliche Düfte. Was wie eine normale Weihnachtsfeier wirkt, hat jedoch eine...

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Von Constanze Prause

Hell leuchten die Kerzen im Raum der Begegnungsstätte der Diakonie-Sozialstation in Niesky. Räuchermännchen verbreiten weihnachtliche Düfte. Was wie eine normale Weihnachtsfeier wirkt, hat jedoch eine Gruppe von Menschen zusammengeführt, die ihre Kinder verloren haben: Durch Unfall, Suizid, Krankheit, in der Zeit während oder nach der Geburt. Seit genau fünf Jahren treffen sich die „Verwaisten Eltern“ in der Begegnungsstätte. „Wenn Sie sich nicht selbst helfen, ist Ihnen nicht zu helfen“, riet eine Psychologin einst einem der Betroffenen.

Monatlich treffen sich zurzeit rund 15 Menschen verschiedener Altersstufen zu den Zusammenkünften, um über das ihnen und ihren Kindern Widerfahrene zu reden. „Gerade um die Weihnachtszeit herum ist es für viele von uns besonders schwer“, sagt Monika Mirle. Ein Vater berichtet, dass in den ersten Jahren nach dem tödlichen Unfall des Sohnes ein Weihnachtsbaum fehl am Platze war. Eine junge Familie, die ihr Baby einen Tag nach der Geburt verlor, hat Angst vor dem Fest.

Gemeinsam wollen die Betroffenen den Schmerz lindern. Hilfe miteinander ist am besten möglich, weil das Verständnis von Außenstehenden meistens fehle. Möglich ist diese Hilfe auch dadurch, dass immer Ansprechpartner am Telefon erreichbar sind. Der Austausch von den Gedanken und Gefühlen kann seelische Lasten zeitweise aufheben. Den Weg in die Gruppe zu finden, war nicht einfach. Was erwartet mich hier? Muss ich mit den anderen unbedingt reden? Diese Fragen klärte im Vormonat erstmals ein Tag der offenen Tür. „Die Veranstaltung hat uns alle große Kraft gekostet, aber auch gut getan“, sagt Frau Bergmann. In einer Gedenkecke mit vielen Kerzen standen die Bilder der Kinder. Mut hat dieser Tag gemacht. An mehrere Wiederholungen im nächsten Jahr wird gedacht. Die „Verwaisten Eltern“ haben sich für 2004 noch ganz andere Schritte überlegt.

Kontakt über Monika Mirle, Telefon: 035895/5 03 48, Evelin Bergmann, Telefon: 035825/6 08 80, oder Ralf Rogalski, Telefon: 035829/6 00 57.