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Kretschmer und die CDU im Aufwind

Wie eine Exklusiv-Umfrage ergibt, wächst die Popularität von Sachsens Regierungschef mitten in der Corona-Krise. Davon profitiert auch seine Partei.

© dpa/Sebastian Kahnert

In der Krise schlägt die Stunde der Exekutive, sagen Experten. An vielen Orten ist derzeit zu beobachten, dass die Popularitätswerte der Regierenden hoch sind und sich noch steigern. In der Ausnahmesituation projizieren viele ihre Sehnsucht nach Führung auf die jeweils Herrschenden - und wünschen ihnen, dass sie Erfolg bei der Bewältigung der Krise haben. Wie zwei Exklusiv-Umfrage von sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey zeigen, ist das auch in Sachsen so. Trotzdem gibt es eine Besonderheit.

Demnach erfreut sich Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) derzeit hoher Beliebtheit. Rund 49 Prozent sind "sehr zufrieden" oder "eher zufrieden" mit seiner Arbeit. Hingegen sind lediglich rund 34 Prozent "sehr unzufrieden" oder "eher unzufrieden". Rund 17 Prozent sind bei Bewertung der Arbeit des Ministerpräsidenten unentschieden.     

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Interessant wird es, wenn man sich das Abstimmungsergebnis der repräsentativen Umfrage über einen längeren Zeitraum anschaut. Seit dem 15. März - damals stieg die tägliche Zahl der Corona-Infizierten gerade erheblich an - werden die Werte täglich erhoben. Es zeigt sich, dass Kretschmer über den gesamten Zeitraum der vergangenen fast zweieinhalb Monate stets hohe Beliebtheitswerte von mehr oder um die 45 Prozent Zustimmung für sich verbuchen konnte. Allerdings stieg in dem Zeitraum auch die Zahl der Unzufriedenen, wohingegen die Zahl der Unentschiedenen abnahm.

Eine Trendwende in den Zahlen lässt sich ab dem 18. Mai konstatieren. Die Zahl der Unzufriedenen sinkt seitdem und die Zahl der Zufriedenen wächst auf neue Höchstwerte. Wahrscheinlich hängt dies mit Kretschmers vielbeachtetem Besuch bei der Corona-Demo am 16. Mai im Großen Garten in Dresden zusammen. Vier Tage später suchte er außerdem in Pirna das Gespräch mit Corona-Protestlern. Offen ist freilich, ob sich dieser Trend auch in den kommenden Tagen fortsetzen wird.

Von der hohen Beliebtheit des Ministerpräsidenten profitiert auch seine Partei, die CDU. Auf die "Sonntagsfrage" antworten derzeit etwas mehr als 40 Prozent der Sachsen, dass sie ihr Kreuz bei den Christdemokraten machen würden. Das sind acht Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst. Alle anderen Parteien verlieren hingegen Wählerstimmen.

Besonders deutlich wird dies, wenn man sich das Abstimmungsergebnis der "Sonntagsfrage" im zeitlichen Verlauf anschaut: Die regierungsführende CDU gewinnt vor allem mit Beginn der Corona-Krise im März mehr oder weniger kontinuierlich an Stimmanteilen, während die anderen Parteien mehr oder weniger Anteile verlieren. Im Vergleich zur Landtagswahl am 1. September 2019 würde die AfD 3,8 Prozentpunkte verlieren, die Linken 0,3, die Grünen 2,2 und die SPD 0,1. 

Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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