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Umfrage: Mehrheit lehnt höheren TV-Beitrag ab

Wie eine Exklusiv-Umfrage zeigt, sprechen sich fast alle Sachsen für einen Stopp der geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags aus - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

© dpa

Soll der monatliche Beitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk um 86 Cent auf 18,36 Euro steigen? Um diese Frage streitet sich die Gesellschaft, auch wenn es die erste Erhöhung seit elf Jahren wäre. Im März haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer dem Plan bereits zugestimmt. Nun müssen alle Landtage der Länder der Erhöhung zustimmen, bevor der neue Beitrag 2021 in Kraft treten kann.

Doch genau an dem Punkt regt sich Widerstand - vor allem aus den mitteldeutschen Bundesländern. Die CDU in Sachsen-Anhalt und Thüringen stellt eine Erhöhung des Beitrags in Frage. In Sachsen hat sich die CDU noch zu keiner gemeinsamen Position verständigt, Bedenken aber sind vorhanden. Das wurde kürzlich im Sächsische.de-Interview mit dem medienpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Nowak, deutlich. Er stellt auch den Zeitpunkt der Erhöhung - mitten in der Corona-Krise - in Frage. Politisch brisant: Die Koalitionspartner SPD und Grüne sprechen sich deutlich für eine Erhöhung aus. Der Landtagsentscheid in Sachsen könnte als ein knapper werden.

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Doch was halten die Sachsen von den Plänen? Das wollte sächsische.de wissen und hat dafür gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey eine repräsentative Umfrage gestartet. Das Ergebnis der Umfrage ist deutlich: Fast alle Sachsen sprechen sich dafür aus, die Erhöhung des Rundfunkbeitrags aufgrund der finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu stoppen. Rund 84 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Rund 12 Prozent sind dagegen. Rund 4 Prozent sind bei der Frage unentschlossen.

Nun ist es nicht verwunderlich, dass sich bei der gestellten Frage viele Menschen für einen Stopp aussprechen. Wer gibt schon freiwillig mehr Geld im Monat aus? Der Vergleich zur bundesweiten Auswertung der Umfrage zeigt aber, dass die Ablehnung gegen eine Beitragserhöhung in Sachsen besonders stark ausgeprägt ist. Denn deutschlandweit machen sich "nur" 75 Prozent für einen Stopp stark. Hier sind rund 18 Prozent dagegen und rund 7 Prozent bei der Fragestellung unentschlossen.

Eine mögliche Erklärung: In der Abwägung zwischen höherem Beitrag und dem Angebot, dass man dafür bekommt, scheinen, deutschlandweit gefragt, mehr Menschen überzeugt zu sein vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk als in Sachsen.  

Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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