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Umleitung für die gesperrte B 97

Wer ein paar Minuten mehr einplant, der kommt dennoch gut Richtung Norden.

Auf der B 97 Hoyerswerda-Spremberg geht es am Abzweig Burgneudorf bis Ende August nur noch nach rechts. Man kann so fahren. Die offizielle Umleitung von Hoyerswerda führt aber weiter westlich über die S 234 und die B 156.
Auf der B 97 Hoyerswerda-Spremberg geht es am Abzweig Burgneudorf bis Ende August nur noch nach rechts. Man kann so fahren. Die offizielle Umleitung von Hoyerswerda führt aber weiter westlich über die S 234 und die B 156. © Foto: Uwe Schulz

Wer heute mit dem Auto von A nach B fährt, benutzt oft ein Navigationsgerät oder die preiswertere Variante: Google Maps auf dem Smartphone. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen aber, dass gerade zu Beginn von neuen Baustellen Google das nicht weiß, da die Routen – nach allem, was der Autor dieser Zeilen dazu weiß – vor allem aus den Daten anderer Smartphones berechnet werden.

So ist die Situation auf den Umleitungsstrecken

Wer sich gestern auf Google verließ, alle Vollsperrungswarnungen ignorierte, der wurde von Hoyerswerda nach Spremberg wie gewohnt über die B 97 bei Spreetal geleitet. Obwohl dort jetzt Vollsperrung ist. Im Auftrag der LMBV wird an dem grundbruchgefährdeten Bereich der langgestreckten Linkskurve gebaut. Man bringt hier beidseitig der Fahrbahn weitere sogenannte Vertikaldrainagen ein. Am Abzweig Burgneudorf wird man dann (Google hin oder her) physisch von Sperreinrichtungen nach rechts zwangsumgeleitet. In Burgneudorf und Spreewitz war da die Mehrbelastung durch Lkw schon spürbar. Und die Kreisstraße 9215, vor allem außerorts ohnehin stark geschädigt, bekommt jetzt noch einmal eine ordentliche Belastung. Mancher meint sarkastisch gar „den Rest“. Doch von einem Ausbau der Kreisstraße ist derzeit nicht die Rede. Wenn in der Gemeinde Spreetal seitens des Landkreises Bautzen etwas groß gebaut werden wird, dann ist das die Spreestraße nördlich von Neustadt und Spreewitz. Und so teilte sich am Kreisverkehr nördlich von Spreewitz der Umleitungsverkehr nochmals – mancher fuhr geradeaus nach Spremberg, andere bogen nach links ab Richtung Schwarze Pumpe.Doch zumindest am Vormittag war gut zu beobachten, dass sich ein Großteil der Verkehrsteilnehmer, vor allem die Lkw, von Hoyerswerda nach Spremberg auf dem offiziellen Umleitungskurs über die Staatsstraße 234 und durch Klein Partwitz bis zur B 156 bewegte. Hier schieden sich dann die Geister, ob man wirklich Richtung Spremberg wollte und somit rechts abbog, oder aber die Reise weiter nach Norden führen sollte, man also auch nach links Richtung Großräschen fahren konnte.Definitiv eine Mehrbelastung an Pkw hat jetzt Seidewinkel zu verzeichnen. Hier wird der Weg durch die Stadt abgekürzt, spart man sich vier Ampeln. Dafür hat man es immer mit der engen Doppelkurve am südwestlichen Ortsausgang zu tun, vor allem, wenn einem dort dann doch wider Erwarten ein Lkw entgegenkommt.

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Wie lang sind die Umleitungen, wieviel Zeit braucht man mehr?

Wer gestern im Internet den Michelin-Routenplaner befragte, dem wurde beschieden, dass von Hoyerswerda Zentrum bis Schwarze Pumpe Zentrum der gewohnte Weg über die B 97 knapp 18 Kilometer beträgt, für den man 17 Minuten benötige. Für die offizielle Umleitung über die S 234 und Klein Partwitz wurden zehn Kilometer mehr Strecke bzw. neun Minuten zusätzliche Fahrtzeit berechnet. Die östliche Umfahrung via Burgneudorf und Spreewitz fällt mit sechs Kilometern bzw. sieben Minuten etwas schneller aus, bietet aber eindeutig die schlechteren Straßenabschnitte.Google Maps befragt nach dem besten Weg vom Hoyerswerdaer Markt nach Cottbus – der hatte übrigens die salomonische Auskunft parat, dass der kürzeste und schnellste Weg zwar im Normalfall über die B 97 führt (43 km/46 min) – jetzt aber sowohl die Strecke westlich über S 234, B 156 und B 169 als auch die östlichen Wege über Burgneudorf und dann wahlweise durch Schwarze Pumpe oder durch Spremberg natürlich alle ein paar Kilometer länger sind als die jetzt gesperrte Strecke, letztlich aber eine einheitliche Fahrtzeit von jeweils 53 Minuten ermittelt wurde.

Wie soll das eigentlich alles weitergehen?

Alles in allem ist die jetzige Baustelle nur ein Vorgeschmack. Denn diese Vollsperrung währt planmäßig zwar noch bis 28. August. Im Auftrag der LMBV wird in dem rutschungsgefährdeten Bereich eine Vertikaldrainage eingebaut. Doch irgendwann (einen belastbaren Zeithorizont gibt es noch nicht), soll die ganze Straße in diesem Bereich erneuert/teilumverlegt werden. „Langfristig ist zudem eine dauerhafte Sicherung der B 97 für den Grundwasserendstand durch abschnittsweisen Ersatzneubau notwendig und vorgesehen“, hieß es Anfang des Monats seitens der Bergbausanierer von der LMBV. Dann wird sich der Verkehr aller Voraussicht nach über einen längeren Zeitraum ganz woanders entlangbewegen müssen.

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