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Sachsen

Umso jünger, umso schlimmer

SPD-Politiker Kevin Kühnert hatte diese Woche viel Aufmerksamkeit. Er ist nur ein Thema in der Kolumne von SZ-Redakteur Gunnar Saft. 

© dpa/SZ

Was eint alle Eltern und die Parteien? Antwort: Irgendwann und plötzlich dreht der eigene Nachwuchs mal so richtig durch. Die Bundes-SPD traf es jetzt mit ihrem Juso-Chef Kevin K., der zunächst den Autobauer BMW enteignen will, um danach die Deutsche Demokratische Bundesrepublik zu gründen. (Ältere Ossis kennen das revolutionäre Rezept. Nur nahm man dafür früher meist Trabant und Wartburg.)

Da nun aber alle nur noch über Kevins Rotsucht reden, atmen Sachsens Parteien kräftig auf. Die neue Debatte lenkt nämlich trefflich davon ab, dass der sächsische Politiknachwuchs auch gern mal aussetzt. So will die Linksjugend, dass hier das Wahlalter auf null gesenkt wird, damit schon jedes schreiende Baby eine politische Stimme bekommt. Julia – die jungen Liberalen – rüttelt am Feierverbot an Karfreitag und am Totensonntag. Auch für diese Tage müsse gelten: „Tanzen, bis das Kreuz wackelt!“ Die Grüne Jugend arbeitet noch an einem echten eigenen Aussetzer: Ihr jüngster Ruf nach der Freigabe von Hanf klang eher wie von der 68er-Senioren-AG abgeschrieben.

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Und weitere junge politische Kräfte versuchen sich derzeit, durch Wahnwitz bemerkbar zu machen. So fordern die Freien Wähler tatsächlich, den Zuzug nach Dresden und Leipzig nur Menschen zu erlauben, die dort Arbeitsstelle oder Lebenspartner nachweisen können. Die neu gegründete Blaue Partei, die im September erstmals für den Landtag antritt, rief deshalb erbost nach dem Verfassungsschutz: Der soll die Freien Wähler ab sofort überwachen! Doch die Schlapphüte haben dafür sicher keine Zeit. Sie müssen Kevin beobachten, ob der den Sozialismus auch nach Sachsen bringt.