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Großenhain

Alle Grundstücke verkauft – bis aufs Umspannwerk

Am Stadteingang entsteht ein hübsches kleines Wohngebiet. Eigentümer Konrad Hardt sucht aber immer noch einen Investor.

Architekt Konrad Hardt kann teilweise aufatmen: Seine Wohngrundstücke am alten Umspannwerk sind alle vergeben. Noch sind aber die Lofts im Altbau zu haben.
Architekt Konrad Hardt kann teilweise aufatmen: Seine Wohngrundstücke am alten Umspannwerk sind alle vergeben. Noch sind aber die Lofts im Altbau zu haben. © XXX

Mülbitz. Konrad Hardt von der Immo Markt Hardt UG freut sich: Soeben wurde der Kaufvertrag für das letzte freie Grundstück im Wohngebiet am Umspannwerk notariell besiegelt. Insgesamt drei neue Eigenheime und drei bestehende Häuser wird das Areal am Großenhainer Stadtrand bald haben. Es ist 13 000 Quadratmeter groß und grenzt unmittelbar an den Hopfenbach und ein Naturschutzgebiet.

Während das erste neue Eigenheim schon steht, wird am Zweiten gerade gearbeitet. „Hier wurden zwei Bauflächen vereinigt, das Grundstück ist damit sehr großzügig“, so Konrad Hardt. Die dritte Fläche ist momentan noch Brachland zwischen zwei Gebäuden. Bauherren und Architekt warten auf die Baugenehmigung. „Wir wollen natürlich im Herbst anfangen, um vor dem Winter das Dach dicht zu bekommen“, meint Konrad Hardt.

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Im Geiste sieht der über 70-Jährige schon ein „sehr schönes Ensemble“ vor sich. Das werde auf alle Fälle die Vermarktungschancen für das alte Umspannwerk selbst erhöhen. „Das war das Gebäude, das mich als Erstes gereizt hat, als ich 1991 nach Großenhain kam“, sagt der gebürtige Westdeutsche. Bekannt wurde er in der Stadt zuerst als Betreiber des Antik-Cafés in der Dresdner Straße und als erster Präsident des Großenhainer Lionsclubs.

Seit sieben Jahren ist er nun Eigentümer des Umspannwerkes, das zwar ein markantes, 1906 gebautes Gebäude ist, aber nicht unter Denkmalschutz steht. „Sonst hätte ich es nicht gekauft“, sagt Konrad Hardt. Sonst hätte er auch die hintere Hälfte nicht vor drei Jahren abreißen können. Und außerdem die alten Ruinen des ehemaligen Tier-Gnadenhofes Albertowski. 

Nur bis 1886 war das E-Werk noch in Betrieb. Fördermittel für einen Gesamtabriss bekam Konrad Hardt nicht. Das wird sich hoffentlich bald auszahlen. Denn das alte Umspannwerk ist die schönste Industrieruine, die Großenhain derzeit zu bieten hat. Von außen ist das gar nicht so zu sehen. Aber innen. Die Architektur ist lichtdurchflutet und baulich außergewöhnlich.

Im Internet und über den Radebeuler Makler Michael Vogt wird die Immobilie angepriesen. Ein Investor für die acht Lofts – also exklusive Wohneinheiten – wird gesucht. „Ich würde auch selbst investieren, aber in meinem Alter bekomme ich bei der Bank keinen Kredit mehr“, bedauert Hardt. 

Doch die Bausubstanz sei gesund, es gäbe keine kleinen Zwischenwände, die entfernt werden müssen. „Außen Wärmedämmung, innen Trockenbau nach Bedarf und neue Fenster – das ist alles“, meint Konrad Hardt. Damit werden gezielt Bauträger angesprochen. Besichtigungen gab es auch schon. Bald wird sich der Anblick im Grünen allerdings noch weiter verbessern.

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