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Umständlicher Urnengang

Weder das Bürgerhaus in Kollm noch die anderen Wahllokale der Gemeinde sind barrierefrei. Schreckt das Ältere ab?

Von Alexander Kempf

Nicht einmal zwei Drittel der 1106 Wahlberechtigten haben bei der Kommunalwahl in Quitzdorf am See dieses Jahr ihre Stimmen abgegeben. Vielleicht scheuen ältere Wähler ja die steile Treppe des Kollmer Wahlbüros. Gemeinderätin Silke Wünsche jedenfalls fragt während der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwochabend, ob nicht auch im Erdgeschoss des Bürgerhauses eine Urne aufgestellt werden könnte. Wählen sollte so einfach wie möglich sein, fordert sie. „Die Treppe schreckt ja ab. Ich sehe es in Kollm. Da gibt es viele alte Leute.“

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Wahlleiter Dirk Beck ist indes nicht der Meinung, dass die Treppe als Erklärung für die geringe Wahlbeteiligung genügt. „Die Verknüpfung sehe ich nicht“, sagt der Vorsitzende des Verwaltungsverbandes Diehsa. Wer wirklich wählen will, der könne schließlich auch die Unterlagen für eine Briefwahl anfordern. Eine zusätzliche Wahlurne im Erdgeschoss des Bürgerhauses wäre wohl auch rechtlich bedenklich. Nur wenn auch mindestens 50 Stimmzettel in einer Urne landen, ist das Wahlgeheimnis gewahrt, erklärt Dirk Beck.

Die fehlende Barrierefreiheit bleibt dennoch ein Thema. Nicht eines der drei Wahllokale in Quitzdorf am See kommt ohne Stufen aus. Deswegen habe sich die Verwaltung schon Gedanken gemacht, versichert Günter Holtschke. „Wir können natürlich keinen Fahrstuhl einbauen“, sagt der Bürgermeister. „Vielleicht stellen Sie ja eine Garage zur Verfügung“, sagt Dirk Beck während der Sitzung in Richtung Silke Wünsche.

Geprüft wird nun, ob der Sportraum der Kita in Sproitz als Wahllokal dienen könnte. „Dazu müssen wir uns noch abstimmen“, erklärt Dirk Beck auf Nachfrage. Bei der nahenden Landtagswahl werde es indes keine Veränderungen geben. Dafür bleibe schlicht zu wenig Zeit.