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Umstrittener Einkaufsmarkt soll wachsen

Die Erweiterungspläne waren jetzt Thema imStadtrat. Außerdem ging esum den Abriss der altenWäscherei im Stadtkern.

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Von Annett Kschieschan

Die Stimmenverteilung beim Stadtratsbeschluss macht es deutlich: Das Thema ist umstritten. Mit sechs Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und vier Enthaltungen beschloss der Königsbrücker Stadtrat in dieser Woche, den Erweiterungsplänen der Supermarkt-Kette Lidl an der Weißbacher Straße das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Bauaufsicht soll Einhaltung

der Verkaufsfläche prüfen

Keine Herzens-, sondern eine pragmatische Entscheidung. „Es geht einzig darum, ob baurechtliche Gründe gegen die Erweiterung sprechen. Da es keine gesetzlich begründeten Einwände gab, fiel die Entscheidung entsprechend aus“, sagt der Königsbrücker Bürgermeister Heiko Driesnack.

Gegen den Bau des Einkaufsmarktes hatte vor drei Jahren eine Bürgerinitiative Front gemacht. Die Erinnerung daran ist noch frisch, die Pläne der Handelskette, den Markt zu vergrößern, entsprechend umstritten. Deshalb haben die Stadträte auch einen Extra-Passus in den Beschluss aufgenommen. Demnach will die Stadt die Landkreisverwaltung bitten, zu prüfen, ob sich durch den Anbau auch die Verkaufsfläche des Marktes vergrößert. Bisher ist bekannt, dass ein Backbereich neu eingerichtet werden soll, in dem angelieferte Teigrohlinge frisch gebacken werden. An die Stelle, wo jetzt der Bereich der Bäckerei ist, soll nach dem Umbau die Flaschenannahme ihren Platz finden.

Auch wann die Umbauarbeiten am Lidl-Markt beginnen könnten, ist noch offen. Nachdem das gemeindliche Einvernehmen erteilt worden ist, muss nun die Kreisverwaltung als zuständige Bauaufsichtsbehörde über den eigentlichen Bauantrag entscheiden.

Der Lidl-Markt war 2008 als Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Gastro-Gerätebaus errichtet worden. Der Stadtrat hatte seine Zustimmung damals unter Auflagen gegeben – unter anderem bei den Zeiten für die Warenannahme und der architektonischen Gestaltung von Dach und Fassade.

abriss wird über das Städte-

bauprogramm gefördert

Mit reichlich 13 000 Euro unterstützt die Stadt Königsbrück den Abriss des Hauses an der Mittelstraße 2 im Stadtzentrum. Möglich wird das durch das Förderprogramm zum Städteumbau, dessen Hauptziel es ist, durch städtebauliche Investitionen Defizite in der öffentlichen Infrastruktur auszugleichen und zu beheben.

In dem Gebäude an der Mittelstraße befand sich früher eine Wäscherei. Abgerissen werden soll es nun im Rahmen der Umgestaltung des Areals am „Schwarzen Adler“, das ein privater Investor gekauft hatte.