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Umweltfreundlichstes Schissn aller Zeiten

Nie wurde auf dem Jacobimarkt in Neugersdorf weniger Strom verbraucht - und das liegt nicht daran, dass zu wenig Besucher gekommen wären.

Mit dem Feuerwerk endete am Mittwoch der Jacobimarkt - der Betreiber zieht zufrieden Bilanz.
Mit dem Feuerwerk endete am Mittwoch der Jacobimarkt - der Betreiber zieht zufrieden Bilanz. ©  privat

Der Neugersdorfer Jacobimarkt ist wieder auf Normalmaß angekommen. Gut 250.000 Besucher strömten in den sechs Tagen bis Mittwoch auf den Festplatz. Das ist die Bilanz von Betreiber René Linke. Im letzten Jahr war die Besucherzahl auf 270.000 hochgeschnellt - aber da war Jahrhundert-Sommer. "Wir haben jetzt wieder das Niveau von 2017 erreicht", sagt Linke und ist darüber kein bisschen traurig. Denn im letzten Jahr habe es auch Momente gegeben, in denen man sich auf dem Platz mit Raum für gut 50.0000 Besucher nicht mehr hätte rühren können.

Es sei halt wieder ein ganz normaler Sommer - auch mal mit einem Regentag. Diesmal war's der Montag. "Mit so einem Regen verliert man quasi einen ganzen Tag", sagt Linke. Dennoch, die Neugersdorfer lieben ihr Schissn. "In der Neugersdorfer Ecke ist es ein Traditionsfest. Da muss man jeden Tag hingehen", sagt er. Ein Großteil der Besucher seien daher tägliche Wiederholungstäter. Gut 40 Prozent der Besucher sind nach Linkes Einschätzung Einheimische aus Ebersbach-Neugersdorf und den Landkreisen Görlitz und Bautzen. Immer wichtiger: Die tschechischen Nachbarn. "Es gibt Zeiten, da wird auf dem Jacobimarkt hauptsächlich tschechisch gesprochen", so Linke. auf rund 40 Prozent des Besucheraufkommens schätzt er den Anteil der Tschechen. Die restlichen 20 Prozent der Besucher seien überwiegend Heimkehrer, die mittlerweile im gesamten Bundesgebiet verteilt wohnen und zum Jacobimarkt nach Neugersdorf kommen.

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Auch die Beschicker sind nach Linkes Bilanz überwiegend zufrieden. Aber es gebe Gewinner und Verlierer. "Die Händler verkaufen weniger, weil die Menschen bei deren Angebot bewusster zugreifen", sagt Linke. Die Betreiber der Fahrgeschäfte dagegen seien hochzufrieden mit dem Geschäft gewesen. Deutlich zurückgegangen sei der Bierkonsum auf dem Jacobimarkt. Das sei zum einen ein jahrelanger Trend, aber auch auf die Hitze führt René Linke den mangelnden Bierdurst zurück - weil's schneller zu Kopfe schlägt. "Wer bei der Hitze drei Bier trinkt, trinkt kein viertes mehr", sagt er. Auch der Verkauf heißer Speisen habe unter der Hitze gelitten. Und: So umweltfreundlich wie 2019 war der Jacobimarkt nie. "65.000 Kilowattstunden Strom wurden verbraucht", sagt Linke. Damit käme ein Dreipersonenhaushalt zwar 20 Jahre lang hin, aber: "Das sind zehn bis 15 Prozent weniger als im letzten Jahr", sagt René Linke. Der Grund dafür: die konsequente Umrüstung auf stromsparende LED-Beleuchtung.

Das Ende des Jacobimarktes kam dieses Jahr etwas überraschend - zumindest der Höhepunkt zum Ende. René Linke: "Wegen eines aufziehenden Gewitters mussten wir das Feuerwerk ohne Ankündigung schon um 21.50 Uhr statt 22.15 zünden", sagt Linke.

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