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Umweltschutz kunstvoll verpackt

Betreute Mitarbeiter der Roßweiner Werkstätten sind bei einem Kunstprojekt dabei. Nicht zum ersten Mal.

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Von Elke Görlitz

Aufregung im Hof der Roßweiner Werkstätten. Remo sitzt im Rollstuhl gleich neben dem Kunstwerk, das er schuf. Bunte, zerdrückte Plasteflaschen sind in einem Rahmen befestigt. „Das Formen der Flaschen schult die Motorik“, erklärt Ausbilderin Monika Trommer. In einem anderen Rahmen steckt ein Wildbienenhaus, im nächsten sind zwei richtige Gitarren verarbeitet. Für dieses Kunstwerk hat Monika zusammen mit anderen aus der Fördergruppe die Instrumente auch gemalt. Ein Klangbild ist entstanden. Stolz berichten die betreuten Mitarbeiter der Roßweiner Werkstätten ihrem Auftraggeber Pier Giogio Furlan von ihrer Arbeit.

Der Italiener hat sich Inklusion zur Aufgabe gemacht. Menschen mit und ohne Behinderung bezieht er in seine Projekte ein. So waren die betreuten Mitarbeiter aus Roßwein schon einmal in eines seiner Theaterprojekte integriert, jetzt beteiligen sie sich mit ihrer Kunst am offenen und begehbaren Labyrinth, das am 2. Juli in ihrem Beisein im Rittergut Ehrenberg eröffnet wird. Dieser Veranstaltung fiebert auch Lisa schon entgegen. Die junge Frau absolviert zurzeit eine hauswirtschaftliche Ausbildung und hat sich mit anderen aus dem Berufsbildungsbereich den Bienen gewidmet. Die Auszubildenden malten, was sie an dem Thema besonders bewegt. „Bienen brauchen unseren Schutz. Ohne sie gäbe es keine Früchte“, erklären sie und : „Gift, das auf Felder gesprüht wird, schadet den Insekten.“ Das Bienenthema, so erklärt Monika Trommer, beschäftigt die betreuten Mitarbeiter schon lange. Das Wissen über die Nützlinge und die kreative Umsetzung des Themas für das Labyrinth ist aber nur ein Stück Umweltschutz, wie er in den Werkstätten gepflegt wird. Hier entstehen auch Wildbienenhäuser. Eines davon wird in Ehrenberg zu sehen sein. Andere dienen Wildbienenvölkern tatsächlich als Unterkunft. „Wir haben auch schon welche zusammen mit Döbelner Gymnasiasten gebaut“, so Trommer.

Furlan ist begeistert von dem, was die Roßweiner Werkstatt-Mitarbeiter in den letzten Wochen geschaffen haben. Mit so viel Kreativität hatte wohl nicht einmal er gerechnet. Und ganz offensichtlich ist die Roßweiner Kunst auch opulenter als erwartet, denn die Transportkapazität reicht gar nicht aus. Ein Werkstattauto bringt die Rahmen nach Ehrenberg.

„Dort werden insgesamt mehr als 40 solcher Rahmen zu dem Labyrinth zusammengefasst“, erklärt der Künstler. Selbst Blinde haben sich an dem Inklusionsprojekt beteiligt. „Mit einem Klangobjekt und einem, das Worte einerseits in normaler und auf der anderen Objektseite in Braille-Schrift zeigt“, berichtet Furlan. Elf Partner sind beteiligt, darunter die Lernförderschule Roßwein und das Freizeitzentrum „Checkpoint“ Waldheim.