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Umzug nach dem Flug

Die Mehlschwalben der alten Gauß-Schule bekommen neue Nistplätze. Naturschützer sind zufrieden. Die Schwalben auch?

© picture alliance / dpa

Von Katharina Klemm

Bald werden die Mehlschwalben aus ihrem Winterdomizil im Süden zurückkehren. Auch in Pirna beziehen viele wieder ihre Nester. Bisher fanden die Tiere an der alten Gauß-Schule viel Raum für Nistplätze. Das Gebäude auf dem Sonnenstein soll jedoch nächstes Jahr abgerissen werden. Dann wäre auch das Zuhause der Mehlschwalben in Gefahr. Der Pirnaer Helmut Hauswald möchte das verhindern. Er engagierte sich in den vergangenen Jahren aktiv in dieser Sache.

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Nun ist eine Lösung gefunden worden, die auch er für zufriedenstellend hält. An den beiden Turnhallen neben der Schule wurden hölzerne Nisthilfen angebracht. Denn die unter Naturschutz stehenden Vögel sind auf ihren Geburtsort geprägt und kehren Jahr für Jahr dahin zurück. Eine andere Nistalternative, ein Schwalbenturm, wäre daher höchstwahrscheinlich nicht angenommen worden, erklärt Harald Kubitz vom Bund für Umwelt und Naturschutz und Andreas Kunzmann, ehrenamtlicher Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Dieser wäre der gewohnten Umgebung der Tiere zu unähnlich gewesen.

Finden die Schwalben bei ihrer Rückkehr nächstes Jahr ihre alten Plätze nicht mehr vor, ist es möglich, dass sie an anderer Stelle nach Nistmöglichkeiten suchen. Helmut Hauswald befürchtet eine Invasion des nahe gelegenen Wohngebiets. Die alternativen Nistplätze könnten dies verhindern. Daher ist es wichtig, dass sie bereits dieses Jahr zur Verfügung stehen. Denn der Herbst ist die Prägungszeit für junge Mehlschwalben, die immer an ihren Geburtsort zurückkehren. Damit die Nisthilfen auch sicher angenommen werden, sollen Nestattrappen die Mehlschwalben nächste Saison animieren, dort neue Nester zu bauen. Wenn das funktioniert, können etwa 120 Mehlschwalbenpärchen ihre Jungen in neuen Nestern aufziehen.

Harald Kubitz vom BUND zeigt sich zufrieden: „Die neuen Nistplätze haben eine große Chance angenommen zu werden, weil sie ähnlich gelegen sind wie die alten.“ Helmut Hauswald wird nun beobachten, wie die Mehlschwalben die neuen Nistplätze annehmen. Denn das alte Gauß-Schulhaus soll 2015 abgerissen werden. Pirna hat gleich nebenan im Februar einen 8,2 Millionen Euro teuren Neubau eröffnet.