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Umzug nach Eutrich verzögert sich

Ein Grundstück neben dem Bauernhof Helm hat Enrico Pilz gekauft. Doch bauen kann er bisher nicht. Das kostet ihn viel Geld.

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Von Kerstin Fiedler

Eigentlich sollte das Haus schon abgerissen sein und ein neues im Rohbau stehen, damit im Frühjahr mit dem Ausbau des neuen Wohnhauses für Familie Pilz begonnen werden kann. Doch eine Satzungsänderung der Gemeinde und die Angst der Nachbarn auf dem Bauernhof, nun neuen Vorschriften folgen zu müssen, verhindert und verschiebt alles. Die Eutricher verstehen das nicht. „Wir haben doch immer gut zusammengelebt, und was auf dem Bauernhof geschah, haben wir akzeptiert“, sagen sie, nachdem die SZ über die Ängste von Kornelia Helm berichtet hatte. Mit der Satzungsänderung befürchtet sie, ihre Vorhaben nicht umsetzen zu können. Im Gegenzug befürchten die Eutricher, dass aus dem einfachen Bauernhof eine Geflügelzucht werden könnte. „Warum kann es nicht so weitergehen wie bisher“, fragt zum Beispiel Brita Schmalfuß. Auch sie kam vor Jahren als Fremde nach Eutrich, wurde gut aufgenommen. „Ich habe hier mein Stück heile Welt und möchte mit allen Nachbarn weiter gut zusammenleben“, sagt sie.

Für Enrico Pilz sind die Probleme zeitraubend. Der Königswarthaer war auf der Suche nach einem Grundstück, wo er nicht nur mit der Familie wohnen, sondern eben auch ein paar Tiere halten kann. Sein zehnjähriger Sohn reitet in Holschdubrau und würde gern Pferde haben. „Ich komme eigentlich vom Dorf, und nun wollten wir aus dem Plattenbau eben wieder zurück“, sagt Enrico Pilz. Und so kaufte er im Sommer 2011 das Grundstück, stellte einen Bauantrag. Der wurde abgelehnt, weil der Hof im Außenbereich des Dorfes lag. Der Gemeinderat befürwortete dann eine Änderungssatzung. Bezahlt hat den Vorgang Enrico Pilz. Genauso wie die Planänderung, die er in Auftrag gab. „Eigentlich wollte ich das Gebäude an der Grundstücksgrenze abreißen, um darauf ein neues Haus zu bauen“, sagt Enrico Pilz. Durch die Querelen mit den neuen Pächtern hat er sich nun entschieden, das Haus stehen zu lassen und den Stall auf der anderen Seite abzureißen. Aber auch das wird noch dauern, denn das Landratsamt prüft noch, ob die Gemeinde die richtige Satzung anwandte.