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Unbekannte erschlagen Schwan in Deutsch Paulsdorf

Viele Dorfbewohner sind fassungslos: Wer macht so etwas und warum?

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Von Anja Hecking

Das ist eine sehr traurige Nachricht, die besonders viele Deutsch Paulsdorfer in Fassungslosigkeit versetzt. Vor wenigen Tagen hat Kurt Klare am Teichrand im Schloss das Schwanenmännchen tot gefunden. Das war am Morgen, als er die Tiere wie immer füttern wollte.

Die Verletzungen am Kopf deuten darauf hin, dass der Schwan erschlagen worden ist. Für einen Biss hätten die typischen Abdrücke der Zähne und weitere Anzeichen gefehlt, erklärt der Deutsch Paulsdorfer, der sich inzwischen auch bei einem Jäger erkundigt hat.

Kurt Klare ist ratlos: Wer macht so etwas? Schwan „Edgar“ war in jüngster Zeit besonders zutraulich geworden und hatte den Menschen sogar aus der Hand gefressen. Bei einer anderen Familie aus dem Dorf holte er sich regelmäßig die Entengrütze aus dem Gartenteich. Auch dort war der Anblick des stattlichen Wasservogels eine willkommene Abwechslung. Aber Kurt Klare, der sich seit vielen Jahren um das Deutsch Paulsdorfer Schwanenpaar kümmert, ist sich sicher, dass es dennoch Menschen gibt, die die Schwäne nicht mögen. In letzter Zeit ist ihm aufgefallen, dass Edgar und Hildegard, so hatte der Deutsch Paulsdorfer das Weibchen genannt, öfters mal humpelten, so als ob ihnen jemand in die Beine geschlagen hätte. Nun musste der Deutsch Paulsdorfer Edgar begraben. Er wollte das Tier noch über den Görlitzer Tierpark zur Untersuchung einschicken lassen, um Auskünfte über die Todesursache zu erhalten. Aber das war nicht so einfach zu handhaben und hätte den Schwan nicht mehr lebendig gemacht.

Das Weibchen wirkt unruhig in diesen Tagen und hält sich auffällig mehr als sonst auf dem Wasser auf. Erst im vorigen Frühjahr hatte das Schwanenpaar zum ersten Mal in all den Jahren Eier gelegt und am Ende ein Junges groß gezogen. Es wurde Gustav genannt.

Aber auch Gustav ist nicht mehr da, denn er war flügge geworden und hatte die Elterntiere schon lange vor dem schlimmen Vorfall verlassen. Wahrscheinlich zum Berzdorfer See, wie Kurt Klare erzählt. Denn dort war einer Deutsch Paulsdorferin unlängst ein grauer Schwan mit flauschigem Gefieder aufgefallen, der auf Zuruf auch sofort zu ihr kam, wahrscheinlich, weil er auf Futter hoffte. Auch Edgar muss in etwa so alt gewesen sein, als er nach Deutsch Paulsdorf kam. Denn vor über zehn Jahren, als er mit Hildegard vom Görlitzer Tierpark zum Parkteich gebracht wurde, hatte auch er noch graue weiche Federn. Kurt Klare kann sich noch gut daran erinnern. Edgar war etwas jünger als seine Partnerin. Die beiden Schwäne konnten nicht mehr fliegen. Und so kümmerten sich von Anfang an Deutsch Paulsdorfer um das Pärchen. Kurt Klare hat diese Aufgabe dann fast wie eine Berufung übernommen. Die Tiere sind ihm sehr ans Herz gewachsen. Sie kannten ihn und kamen auf Pfiff an die Futterstelle.

Die Aufzucht des Jungtieres im vorigen Jahr war dann noch einmal ein ganz besonderes Ereignis. Weil Kurt Klare so traurig über den Vorfall ist, hat ihm ein Mädchen aus dem Dorf ein Bild von seinen Schwänen gemalt. Im Moment beschäftigen den 61-Jährigen aber vor allem zwei Dinge: Erstens müsste für Hildegard möglichst bald ein Schwanenpartner her, damit sie nicht so lange allein ist. Und zweites gibt es ja vielleicht doch jemanden im Dorf, der etwas bemerkt oder beobachtet hat.