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Sebnitz

Unbekannte köpfen Strauß bei Stolpen

Polizei und Züchter suchen Zeugen. Passiert ist die Bluttat mitten am Tag.

140 Strauße leben auf der Farm in Helmsdorf. Eine Henne wurde grausam umgebracht.
140 Strauße leben auf der Farm in Helmsdorf. Eine Henne wurde grausam umgebracht. © Archivfoto: dpa

Auch zwei Tage nach der grausamen Tat sind Jochen Schumacher und seine Lebensgefährtin Janine Golla schockiert. Sie können nicht fassen, was da am hellerlichten Tag am 24. August auf der Weide ihrer Straußenfarm an der Ziegeleistraße im Stolpener Ortsteil Helmsdorf passiert ist. Vermutlich gegen Mittag müssen Unbekannte in das Gehege gestiegen sein - und eine der Zuchthennen bestialisch zugerichtet haben. Entdeckt haben sie die tote Henne am Nachmittag, als sie ihre Tiere füttern wollten.

Anfangs gingen sie noch davon aus, dass es vielleicht auch ein Wolf gewesen sein könnte. Immerhin hat sich unweit der Straußenfarm ein Rudel angesiedelt. Doch beim näheren Hinsehen war klar, da waren Menschen im Spiel. Denn der Kopf der Henne war am Zaun etwa zwei Meter neben dem Körper drapiert. Getötet wurde die Henne vermutlich mit einer Astschere.

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Die Farmbetreiber gehen davon aus, dass es kein Einzeltäter sein kann. Immerhin war die Henne etwa 2,70 Meter groß und wog 120 Kilo. Es sei entsetzlich, wozu einige Menschen in der Lage sind und wie man sich so an einem Tier vergehen kann, schreiben sie auf Facebook.

Die Henne habe niemandem etwas getan. Das Motiv für die Tat ist unklar. Die Farmbetreiber haben die Polizei eingeschaltet. Von dort heißt es, man ermittle wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Allerdings gegen unbekannt. Auf einen Zeugenaufruf hat sich bislang noch niemand gemeldet. Deshalb hoffen die beiden Züchter, dass vielleicht doch noch jemand etwas gesehen haben könnte.

Immerhin war es am Sonnabend um die Mittagszeit, als die Tat passierte. Das Gelände zwischen Stolpen und Dobra ist von der Staatsstraße aus gut einsehbar. Menschen oder auch Fahrzeuge müssten da aufgefallen sein. Auf dem weitläufigen Außengelände gibt es keine Kameras.

Das haben die Täter möglicherweise gewusst und sich zunutze gemacht. Jochen Schumacher und Janine Golla sind ratlos, können nicht begreifen, wer solch eine bestialische Tat geplant und umgesetzt hat.

Seit fast drei Jahren gibt es die Straußenfarm in dem Stolpener Ortsteil. Die größeren Strauße dürfen in das Außengelände. Der „Kindergarten“ befindet sich dicht am Haus. Insgesamt 140 Tiere leben auf dem etwa 13 Hektar großen Gelände.

Jochen Schumacher hat sich mit der Straußenfarm einen Traum erfüllt. Schon seit dem Jahr 2013 ist er in Helmsdorf tätig. Er arbeitete auf dem Hof des Vorbesitzers bereits mit. Den Plan, eine Straußenfarm einzurichten, hatte er damals schon in der Tasche. Immerhin boten das Anwesen und die Ländereien genügend Platz.

Der junge Mann, der aus Mühlheim am Main stammt, musste sich bereits mit mehreren Problemen herumplagen. Seit 2015 war er zwar bereits als Eigentümer der Straußenfarm im Handelsregister eingetragen. Mit dem Hauskauf gab es jedoch Probleme, sodass der Kaufvertrag erst im Frühjahr 2016 unterzeichnet wurde.

Allerdings gab es da bereits die erste Katastrophe, und zwar in den frühen Morgenstunden des 18. April 2016. Da stand die Scheune, das einzige noch intakte Gebäude auf dem Hof, in Flammen. Nur seinen neuen Traktor konnte Schumacher noch retten. Das Stroh und die Strohballenpresse wurden Opfer der Flammen. Jochen Schumacher und seine Lebensgefährtin haben es gelernt, zu kämpfen, und den Plan von der Straußenfarm nie aufgegeben. Dass jetzt allerdings jemand einen Anschlag auf eines ihrer Tiere verübt, hätten sie nie gedacht. Um das Ganze aufzuklären, suchen sie auch selbst nach Zeugen.

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