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Süßigkeiten aus Zuckertüte gestohlen

Beim Zuckertütenfest für die Abc-Schützen der „Wasserplanscher“ gab es eine böse Überraschung. Aus einem Spiel wurde plötzlich Ernst.

© Dietmar Thomas

Von Verena Toth

Waldheim. Die große Enttäuschung stand den Kindern der Tagesstätte „Wasserplanscher“ am Montag noch ins Gesicht geschrieben. Und auch ihre Erzieher waren geschockt: Unbekannte hatten am Freitag die mit Süßigkeiten gefüllte Zuckertüte, die als Belohnung für die künftigen Schulanfänger bereitgelegt war, eiskalt ausgeräumt und den Inhalt gestohlen.

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Die Leiterin des Kindergartens Dana Richter konnte das Geschehene kaum glauben. Im sozialen Netzwerk Facebook berichtete die Einrichtungsleiterin am Wochenende von dem unfassbaren Diebstahl: „Wir geben uns jedes Jahr große Mühe, unseren Schulanfängern eine große Abschiedsparty von den ,Wasserplanschern‘ zu bieten und dann gibt es Menschen, die unsere versteckte Zuckertüte, die nur fünf Minuten unbeobachtet in der Gartensparte ,Pfaffenberg‘ lag, einfach ausräumen und nur die leere Tüte zurücklassen. Unsere
18 Schulanfänger waren sehr enttäuscht und wir fragen uns, wo Spaß aufhören sollte.“

Das Zuckertütenfest ist in jedem Jahr der Höhepunkt für die ältesten Kindergartenkinder. „Wir gestalten es eigentlich immer ähnlich. Morgens finden die Kinder eine gefüllte Zuckertüte in ihrem Gruppenzimmer. Dann unternehmen wir mit den Abc-Schützen eine Ausfahrt. Die führte uns dieses Jahr nach Kriebstein an die Talsperre. Am Nachmittag, wenn die Kinder zurückkehren, hat unser hauseigener Zuckertütenräuber die Zuckertüte entführt und nur eine Nachricht hinterlassen“, erzählt Dana Richter.

Eine ihrer Kolleginnen schlüpfe jedes Jahr in die Rolle und in das Kostüm des Zuckertütenräubers. „Die Kinder müssen dann Aufgaben erfüllen und mit einer Art Schnitzeljagd den Räuber und seine Beute aufspüren. Der versteckt sich dann im Wald und wartet mit der gefüllten Tüte auf die Kinder“, erläutert Dana Richter. Weil aber in diesem Jahr viele Waldwege wegen der Sturmschäden noch nicht wieder begehbar sind, mussten die Erzieherinnen eine Alternative finden. So versteckte sich der Kindergarten-Zuckertütendieb mit der süßen Überraschung in der Gartensparte „Pfaffenberg“ und wartete dort auf die Schulanfängergruppe.

Die Erzieherin hatte die Zuckertüte in einer Wiese abgelegt und wollte nur schnell schauen, wo die Kinder bleiben. Das habe schätzungsweise nur wenige Minuten gedauert, erläutert die Kindergartenleiterin. Als die Mädchen und Jungen schließlich alle Aufgaben gelöst und den richtigen Weg zur erhofften Zuckertüte gefunden hatten, stellten die enttäuschten Abc-Schützen aber selbst fest, dass sie plötzlich leer war. „Wir Erzieher haben es erst gar nicht richtig glauben können und hatten es zunächst auch gar nicht bemerkt. Aber offensichtlich wurde unser eigener Zuckertütenräuber von dem echten Dieb beobachtet und dieser hat dann die Situation eiskalt ausgenutzt“, so Dana Richter weiter. Alle Süßigkeiten waren verschwunden, nur die leere, bunte Papptüte wurde zurückgelassen.

„Das Entsetzen und die Enttäuschung bei den Kindern war riesig. Noch am Morgen hatten sie sich über die gefüllte Tüte gefreut und nun war sie komplett leer. Wir haben dann aber schnell reagieren und improvisieren müssen. Wir haben so getan, als gehöre das zum Spiel dazu. Zum Glück hatten wir noch genügend Süßigkeiten im Kindergarten, die wir ihnen dann geben konnten“, berichtet sie. Für die Kinder ging der Tag aufregend und schön weiter, es wurde gegrillt und die Feuerwehr besucht. So konnten sie den Schrecken schnell vergessen. Doch für die Einrichtungsleiterin und ihre Kolleginnen war der Vorfall nicht so schnell zu verdauen.

„Es müssen Halbstarke gewesen sein, die uns beobachtet haben“, kann sie nur vermuten. „Aufgefallen ist meiner Kollegin in der Gartensparte aber niemand“, sagt Dana Richter. Eine Anzeige bei der Polizei habe sie nicht erstattet, dafür sei der Wert der Süßigkeiten zu gering gewesen. Doch der Ärger über eine solche Aktion halte auch bei ihr und ihren Kolleginnen immer noch an.