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Unbekannter entsorgt Schrankwand im Wald

Die Entsorgungsgesellschaften holen Sperrmüll kostenlos ab. Das ist nicht jedem bekannt.

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Von Rita Seyfert

Als Dietmar Kruschinsky in der vergangenen Woche mit seiner Enkelin im Zentendorfer Wald unweit vom Wasserturm in die Pilze ging, traute er seinen Augen kaum. „Erst dachte ich, da steht eine Bank“, erzählt der Königshufener. Doch beim Näherkommen schlug seine Freude über die angenommene Sitzgelegenheit in Ärger um. Statt einer Bank stand dort eine demontierte Schrankwand am Wegesrand. Ungläubig fotografierte er das Ensemble aus unzähligen Schranktüren und Platten.

„Ganz offenbar hat da jemand seinen Sperrmüll entsorgt“, berichtet er. Sowas müsse doch heute nicht mehr sein. Jeder Bürger könne seine alten Möbel, Sofas und Schränke schließlich kostenlos abholen lassen, weiß der informierte Mann.

Ein Mitarbeiter der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft (NEG) erklärt das Prozedere: „Einfach die Sperrmüllkarte aus dem Abfallkalender heraustrennen, ausfüllen und Briefmarke rauf.“ Innerhalb weniger Tage werde der Abholtermin schriftlich bestätigt. Mit Fristen von etwa zwei bis drei Wochen sei zu rechnen.

Die Entsorgung über die NEG ist zweimal pro Jahr kostenlos möglich. Pro Abholung können zwei Kubikmeter Müll entsorgt werden. Nachgemessen wird nicht: „Sofa, Schrankwand oder das ganze Zimmer, das passt schon“, so der NEG-Mitarbeiter. Neben der NEG holt auch die Entsorgungsgesellschaft Görlitz-Löbau-Zittau kostenlos ab. Bei beiden Entsorgungsgesellschaften können Bürger ihr Sperrgut auch selbst abliefern – ohne Wartezeit. Die illegale Entsorgung zwischen den Kiefern hätte also nicht sein müssen.

Was geschieht nun mit dem Müll im Zentendorfer Wald? Der aufmerksame Bürger Dietmar Kruschinsky schickte sein Handy-Foto an das Görlitzer Landratsamt. Die Untere Abfallbehörde vom Umweltamt nahm sich der Sache an. Ein NEG-Mitarbeiter werde sich mit Dietmar Kruschinsky in Verbindung setzen, um den Fundort zu lokalisieren, hieß es. Mit dem nächsten Sammelauftrag soll das Sperrgut abgeholt werden. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest. Da der Abfall nicht als „gefährlich“ eingestuft werden könne, sei keine Eile geboten. Die Entsorgung werde aber zeitnah erfolgen. Die Kosten trägt das Landratsamt.

Hinweise auf den illegalen Entsorger liegen derzeit keine vor. Gelingt es, den Unbekannten zu überführen, dürfte es teuer werden. Verstöße gegen das „Kreislaufwirtschaftsgesetz“ werden mit einer Geldbuße bis zu hunderttausend Euro geahndet.