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... und ab nächstes Jahr sind sie Schwestern

Die Kirchgemeinden Gröditz-Frauenhain und Großenhainer Land bilden künftig eine gemeinsame Region. Warum es Toblerone gab und einen feinen Vergleich.

Vertreter von fünf Kirchspielen unterzeichneten in der Großenhainer Marienkirche ein Zertifikat für die künftige Zusammenarbeit.
Vertreter von fünf Kirchspielen unterzeichneten in der Großenhainer Marienkirche ein Zertifikat für die künftige Zusammenarbeit. © Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Die Kluge und die Schöne nennt Pfarrerin Sarah Zehme die zwei ungleichen Schwestern: die Kirchgemeinden Großenhainer Land und Gröditz-Frauenhain. Wer ist wer? Die Antwort soll jeder selber finden. Doch Fakt ist, dass die beiden Bereiche ab nächstem Jahr zwei Schwesterkirchen in einer gemeinsamen Region bilden. Ein Gebilde mit 22 Kirchen und sechs Pfarrstellen. Derzeit gibt es fünf Pastoren. 

In der Marienkirche wurde jetzt der neue Zusammenschluss mit einer Andacht und der feierlichen Unterzeichnung eines Zertifikats zum Schwesterkirchen-Vertrag besiegelt. Noch kennen sich nicht alle mit Namen, noch fällt die Aufzählung aller dazugehörigen derzeitigen Kirchgemeinden nicht leicht. "Es ist ein schwerer Schritt, nicht jeder ist begeistert", ist sich Großenhains Pfarramtsleiterin Zehme bewusst. Man suchte in der vorgegebenen Strukturreform nach dem "kleinsten gemeinsamen Nenner".  

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Die künftige Region Großenhain wird aus zwei Kirchgemeinden mit 22 Kirchen bestehen.
Die künftige Region Großenhain wird aus zwei Kirchgemeinden mit 22 Kirchen bestehen. © Kathrin Krüger-Mlaouhia

"Wir sind froh, dass wir einen Partner gefunden haben, für uns gab es keine Alternative", sagt Pfarrer Christian Thiele aus Gröditz. Laut Kirchenbezirksbeschluss müssen Einheiten entstehen, die mindestens 2040 noch aus 4000 Gemeindegliedern bestehen. Die Strukturreform läuft seit vier Jahren. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es nicht. Aus dem Kirchspiel Großenhainer Land wird eine Kirchgemeinde. 

Und so unterschrieben nun elf Kirchvorsteher und Pfarrer das gemeinsame Zertifikat: Holger Rausch für Frauenhain, Petra Leimer für Gröditz, Gabriele Schmidt für Nauwalde, Edmund Gnaudschun für Walda-Wildenhain, Joachim Gärtner für Zabeltitz-Görzig, Sandro Thomas für Skäßchen-Strauch und Annegret Uhling für das Großenhainer Land sowie Dietmar Pohl, Sarah und Sebastian Zehme sowie Christian Thiele. Als Pfarrer gehört noch Konrad Adolph dazu, der Urlaub hat.

Offen sind die Pfarrerstellen in Wildenhain (ausgeschrieben) und Frauenhain (wird ausgeschrieben). Pfarrer Frank Seffer aus Skäßchen wechselt an die JVA Waldheim. "Der Druck dieser Vakanzen war spürbar", heißt es. Sarah Zehme wünscht nun allen "Kreativität, Spritzigkeit und Mut, um aufeinander zuzugehen". Vorbei scheint die Ratlosigkeit, die wohl stärker war als die Hoffnung. 

Sarah Zehme möchte allen die Zukunft mit "Toblerone" versüßen. Und damit helfen, die Übersicht zu behalten. Wie die Schweizer Schokolade aus vielen Dreiecken besteht, so sei das auch ein charmanter Vergleich für die vielen Gemeinden. "Jede für sich sind sie Schokolade, aber alle hängen zusammen", macht die Pfarrerin deutlich, dass es um mehr geht als "lästige Verwaltungsarbeit".   

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