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Und plötzlich war der Radweg ein Wald

Die kleine Gohrischstraße wird nun von Zieräpfeln geschmückt. Die haben einen ungewöhnlichen Standort gefunden.

Von Kay Haufe

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Wenn die Ferne ruft

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Im ersten Moment dachte die Blasewitzer Ortsamtsleiterin an einen Scherz. Als Sylvia Günther erfuhr, dass mitten auf dem Radweg der Gohrischstraße Bäume gepflanzt wurden, konnte sie das nicht glauben. „Aber die aufgeregte Anwohnerin am Telefon war absolut überzeugend.“ Also fuhr die Ortsamtsleiterin selbst auf die Gohrischstraße. Und tatsächlich: Auf dem Radweg standen 16 junge Bäumchen, vorbildlich in vorher ausgehobene Baumscheiben gepflanzt. Was Sylvia Günther und die Anwohner allerdings nicht wussten, ist die Tatsache, dass die Stadt den Radweg entwidmet hat. Das erfuhr die Sächsische Zeitung erst auf Anfrage von Detlef Thiel, dem Leiter des Amtes für Stadtgrün. „Für die Pflanzung bot sich der nicht mehr genutzte Fahrradweg an, der als Teil des Gehweges baulich ausgebessert werden konnte. Dieser Bereich ist frei von Leitungen im Untergrund“, so der Amtsleiter.

16 Zieräpfel mit dem lateinischen Namen Malus trilobata wachsen nun auf der Straße, an der es bisher keine Straßenbäume gab. Wohl aber große Zierkirschen in den Vorgärten der Genossenschaftswohnungen. „Doch die neuen Bäume sind ergänzend zum Kirschenbestand und unter Berücksichtigung der vorhandenen Straßenbeleuchtung angepflanzt worden. Damit wird das Dresdner Straßenbaumkonzept, das zumindest einseitige Bepflanzungen im Nebenstraßennetz vorsieht, umgesetzt“, sagt Detlef Thiel. Immerhin 38 000 Euro haben Pflanzung und notwendige Bauarbeiten gekostet. „Die schmalkronig wachsenden und maximal sechs Meter hohen Zieräpfel wurden dem Standort und der Charakteristik des Straßenzuges entsprechend ausgewählt“, so der Amtsleiter.

Für Sylvia Günther ist unverständlich, dass weder die Anwohner noch das Ortsamt über den Vorgang informiert wurden. „Möglicherweise hätte man auch im Ortsbeirat darüber beraten können, auf welcher Straße neue Bäume besonders wünschenswert wären.“ Aus Anwohnersicht wurde der Radweg auf der wenig befahrenen Gohrischstraße aber tatsächlich nicht mehr benutzt.

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