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Und plötzlich war die Hecke weg

Viele Jahre freuten sich die Anwohner der Hegelstraße in Bautzen über das Grün in ihrer Nachbarschaft. Doch jetzt wurde dieses gerodet.

© Marion Nickig/gms

Von Frances Scholz

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Bautzen. Die Anwohner der Hegelstraße blicken auf viel Grün. Doch ein Gewächs lag einigen Mietern besonders am Herzen. Eine Hecke, die seit vielen Jahrzehnten im Wohngebiet stand. „Es war eine Schneeball- und Yasminhecke. Sie blühte im Frühjahr immer so schön. Und auch die Vögel fühlten sich darin wohl. Jeder hat sich daran erfreut. Nun wurde die Hecke vergangene Woche entfernt“, sagt eine SZ-Leserin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie hat genau gesehen, wie zwei Männer die Hecke absägten. „Dann ist sogar noch einer unserer Nachbarn runtergegangen und hat nachgefragt“, sagt sie.

Der erfährt, dass in der Hecke eine Eibe wächst. Deren Rinde, Nadeln und Samen sind giftig. Die Samen werden von einem roten Mantel umhüllt, dieser ähnelt fast einer Frucht. Vor allem für kleine Kinder, die dort spielen und sich vielleicht die rote Frucht in den Mund stecken, kann das tödliche Folgen haben. Das verstehen auch die Anwohner der Hegelstraße. „Wenn dort so eine giftige Pflanze wächst, dann ist mir natürlich klar, dass diese entfernt werden muss. Das akzeptiere ich auch. Allerdings frage ich mich, warum denn gleich die ganze Hecke entfernt werden musste?“

Ordnung in die Bepflanzung bringen

Das Grundstück, auf dem die Hecke wächst, gehört der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau. „Das Wohngebiet gibt es jetzt seit 1975. Dort wurde damals viel gepflanzt. Von der uns und von Mietern. Viele Sträucher sind seitdem sehr hoch gewachsen und verwachsen“, sagt Katrin Bartsch, Mitglied im Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft. Sie ist verantwortlich für die Grünlandpflege. Seit Jahrzehnten wurde im Wohngebiet nichts gemacht. „Es wurde immer nur ab und zu etwas verschnitten. Es liegt aber mittlerweile viel Totholz herum, einige Sträucher bekommen keine grünen Blätter mehr und Hecken sind ineinander verwachsen.“

Deswegen wollte die Wohnungsgenossenschaft nun Ordnung in die Bepflanzung bringen. „Vor allem weil viele Sträucher auch im Kurvenbereich wachsen, da müssen wir die Verkehrssicherheit gewährleisten“, sagt Katrin Bartsch. Die Hecke an der Hegelstraße sei deshalb nur eine von vielen, die entfernt wurde. „Dass darin eine Eibe wuchs, wird erst bei den Arbeiten an der Hecke aufgefallen sein“, sagt sie.

Kein Ersatz für die Hecke

Alle Anwohner über die grundlegenden Ausbesserungen der Grünanlagen zu informieren, sei der Wohnungsbaugenossenschaft nicht möglich gewesen. „Grundsätzlich lassen wir aber mit uns reden. Als die Arbeiten begannen, hat ein Mieter uns angerufen und sich gewünscht, dass eine bestimmte Hecke stehen bleibt. Das haben wir mit der Landschafts- und Gartenbaufirma abgesprochen und die haben diese Hecke stehengelassen“, sagt Katrin Bartsch.

Einen Ersatz für die Hecke der SZ-Leserin ist nicht vorgesehen. Die wundert sich allerdings. „In unmittelbarer Nähe steht ein anderer giftiger Baum, ein Goldregenbaum. Warum wird der nicht entfernt?“ Das will die Wohnungsgenossenschaft nun überprüfen. „Wenn sich die Mieterin bei uns meldet, gehen wir der Sache nach und überprüfen, ob der Baum auf unserem Grundstück steht und ob dieser giftig ist“, sagt Katrin Bartsch.

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