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Und tschüss!

Der Feuerwehr-Oldtimer rollte in Altenberg vom Hof. Es ist aber möglicherweise kein Abschied für immer und ewig.

© Egbert Kamprath

Von Mandy Schaks

Altenberg. Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) ist gut gelaunt aus den Osterfeiertagen zurückgekehrt. Dabei musste er Karfreitag sogar noch mal ran und seines Amtes walten. Aber das hat er gern gemacht. Denn das Ergebnis stimmt aus seiner Sicht. Das alte Feuerwehrauto, das zuletzt nur noch herumgestanden hat, konnte er verkaufen und auf die Reise zu seinem künftigen Eigentümer schicken.

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„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Kirsten, auch wenn es anfangs ein bisschen in der Seele wehtat. „Man trennt sich wirklich nicht gern von einem Oldtimer.“ Und dieses Gefühl ging zuletzt wohl auch noch mal besonders den Kipsdorfern unter die Haut, als öffentlich bekannt wurde, dass der Barkas B 1000, der einmal im Dienst ihrer Freiwilligen Feuerwehr gestanden hat, versteigert wird. Sie hätten den kleinen, roten Flitzer am liebsten selbst behalten, sagt Kirsten, auch etwas dafür bezahlt. Doch da gab es kein Zurück mehr. „Das ist kommunales Eigentum“, erläutert der Rathauschef. „Das kann ich nicht einfach so weggeben“, will heißen, weder verschenken noch verscherbeln.

Der B 1000 ist Baujahr 1968 und hat sogar noch den TÜV bis Februar 2020. Aber zum Feuerlöschen rückt mit dieser antiquierten Technik schon lange keiner mehr aus. Zuletzt – das hat Kirsten jetzt in den Fahrzeugunterlagen nachgelesen – war das Auto noch bei der Freitaler Feuerwehr stationiert. Die Stadt hatte sich von 2002 bis 2004 das Fahrzeug von Altenberg geborgt. Warum, daran erinnert sich Kirsten nicht mehr. Wahrscheinlich wurde ein Fahrzeug gebraucht. Danach kehrte der spezielle Kleintransporter nach Altenberg zurück und verschwand für 14 Jahre in der Garage. Vom Stehen wird ein Auto aber generell nicht besser. Zudem nimmt es Platz weg. Nun kam Kirsten die Idee, dieses Sondermodell Liebhabern anzubieten. Er hatte sich umgehört, auch ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass es für solche Oldtimer einen Markt gibt. Mit Zustimmung des Stadtrates durfte er den B 1000 verkaufen und bot das Fahrzeug Anfang März auf der Internet-Plattform Ebay an. Wenigstens 4 100 Euro wollte die Stadt für die alte Feuerwehr haben, die noch mit etlichen Originalteilen ausgestattet ist. Kirsten hoffte, sogar noch mehr erzielen zu können. Bis Mitte März meldeten sich tatsächlich zwölf Bieter. Zu welchem Preis das Fahrzeug letztlich den Besitzer wechselte, ist allerdings nicht zu erfahren. „Das war der Wunsch des Käufers“, erklärt Kirsten. Und der neue Eigentümer will auch anonym bleiben. Das wecke sonst nur Begehrlichkeiten, begründete er gegenüber der Sächsischen Zeitung am Telefon. Nur so viel will er verraten: Der Feuerwehr-Oldie wird bei einem Verein in Brandenburg ein neues Zuhause finden. „Ich mag Oldtimer mit Blaulicht“, erzählt der Käufer. Die macht er in seiner Freizeit hübsch, und zu besonderen Anlässen, wie Tagen der offenen Tür, werden diese selten gewordenen Fahrzeuge dann auch interessiertem Publikum gezeigt.

Das ist auch so mit dem Altenberger Barkas vorgesehen. „Doch erst einmal ist viel Arbeit nötig“, sagt der neue Besitzer. Mit ihm besprach Kirsten auf Wunsch der Kipsdorfer noch, dass der B 1000, wenn er denn aufgemöbelt ist, auch mal zu einem Ortsfest wieder ins Osterzgebirge fährt und dem Altenberger Ortsteil einen Besuch abstattet.