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Und wehe, es kommt ein VW

Hobby. An diesemWochenende laden die Opelfreunde-Pulsnitztal zum 2. Internationalen Treffen nach Kamenz ein. Auch eine Frage der Ehre.

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Von Ina Förster

Zurzeit steht Danny Haufes Opel Calibra-Breitbau in der Werkstatt. Abgemeldet. Allein. Aber nicht abgeschrieben. Das Herz eines wahren Fans schlägt schließlich für seinen fahrbaren Untersatz. Deshalb bekommt er ja auch ein neues Gewand mit Flip-Flop-Lackierung, Cantano-Umbau – am Ende steht ein Cabrio vor der Tür. „Ein bisschen Ferrari-Style muss sein“, schmunzelt er. Außerdem hätte der 27-Jährige momentan sowieso keine Minute Zeit, an seinem Liebling herum zu schrauben. Das 2. Internationale Opeltreffen, organisiert von den Opelfreunden-Pulsnitztal, steht vor der Tür. Und er ist einer der Hauptmacher.

Braunaer Sportplatz zu klein

In zwei Tagen rollen hunderte Besucher mit ihren Wagen auf dem Kamenzer Flugplatz ein. Den hat der Verein extra angemietet fürs Wochenende. „Unsere Premiere im letzten Jahr fand noch auf dem Braunaer Sportplatz statt, aber der war letztendlich doch etwas zu klein“, erzählt der Grüngräbchener.

Der Zulauf bestärkte die Clubmitglieder, ein größeres Event aus dem Boden zu stampfen. Sogar Pokale gibt es. Hier zählt der Gesamteindruck oder wer den schönsten unverbreiterten Opel hat oder eben den verbreitertsten. Man kämpft um schönste Lackierung, Motor- oder Innenraum, Cabrio, Airbrush oder die weiteste Anreise. Das Knowhow guckte sich der Club auf anderen Opeltreffen ab. Kennen gelernt hat Danny Haufe dort auch den Pulsnitzer René Junak, den alle nur „Fred“ nennen. „Wir begegneten uns ständig, kamen ins Gespräch. Irgendwann haben wir uns gesagt: Lass uns doch zusammen losziehen, wir kommen aus der gleichen Ecke“, erinnert er sich. Wenig später trat er bei den Opelfreunden-Pulsnitztal ein.

Wie der Club entstand, ist nicht ohne ein Bierchen und schon gar nicht in fünf Minuten erzählt. Schau doch mal auf unsere Homepage, da steht alles drin“, macht Danny Haufe neugierig. Und schon stößt man beim ersten Klick auf die fast kuriosen Ursprünge. „Bei den ersten Treffen waren wir uns untereinander nicht sehr sympathisch und wir sprachen nicht miteinander. Erst zu Hause kam es zu ersten schüchternen Begegnungen – vorerst nur kurze Handzeichen aus den Autos…“ Damals fuhr auch „Fred“ noch einen Vectra A, unterdessen hat er den gegen einen Opel Record eingetauscht. Die älteren Modelle haben es dem 31-Jährigen angetan. Am Wochenende bekommen die guten Stücke sogar ein extra Podium. „Da steht dann unser Manta, der lockt immer die Blicke an!“ Und das Klischee lebt wirklich. Fuchsschwanz muss sein und der Fahrer heißt „Manne“. Nur die Cowboystiefel fehlen. „Wer einmal Blut geleckt hat, kommt vom Opel nicht los. Das hier ist eine große Familie, wir legen auch bei unserem Treffen Wert auf das gemütliche Flair. Nicht wie bei den VW-Clubs. Da geht alles steif zu“, meint Haufe.

Wobei wir beim alten Kleinkrieg zwischen den Blech-Fronten sind. Unfreiwillig habe er schon einmal ein Rennen auf Kamenzer Straßen austragen müssen. Die offene Feindschaft besteht nicht nur im Film. Wen wundert’s, dass sich am Sonnabend alle auf den Programmpunkt „VW-Verformung“ freuen.