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Unerwarteter Beifall

Das ist ein seltenes Lob. Die AfD findet gut, dass die SPD mehr Deutsch in Brüssel will. Doch die Kritik folgt sogleich.

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Von Thilo Alexe

OSTERFERIEN gelten auch für die Landespolitik. Das heißt, es gibt kaum Termine, keine Pressekonferenzen mit launigen Äußerungen, die später via Kolumne veredelt werden können. Gearbeitet wird dennoch: Kurz vor Ostern haben CDU und SPD einen Antrag vorgelegt, in dem sie die Staatsregierung ersuchen, sich für mehr Deutsch in Brüssel einzusetzen. Deutsch sei zwar gleichberechtigte Amts- und Arbeitssprache in der Europäischen Union, als Verfahrenssprache werde aber doch eher Englisch gewählt. Das ist vermutlich richtig beobachtet, die Forderung aus deutscher Sicht auch sinnvoll. Würze erhält das Ganze aber vor allem durch die Reaktion der Landtags-AfD. Die findet das „eigentlich“ eine gute Sache und will zustimmen. Dass die Eurokritiker CDU-Positionen teilen, ist nicht neu. Dass sie aber die Sozialdemokraten loben, kommt doch selten vor.

WIE die SPD auf das Lob reagiert, ist nicht überliefert. Sollte sie es nicht wahrgenommen haben, kann man ihr das nicht verübeln. Es ist dick verpackt. Schon das Wörtchen eigentlich weist darauf hin, dass die AfD die SPD eigentlich nicht so richtig gut findet. Der Antrag sei nicht ernst gemeint. Schließlich schicke EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, SPD, deutschen Abgeordneten Einladungen auf Englisch und Französisch. Die Sozis, konstatiert die AfD, praktizierten in Sachsen Patriotismus und in Brüssel Mainstream. Die SPD wird’s wohl gelassen nehmen.