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Kamenz

Gefahrenstelle vor der Kita?

An der Hohen Straße in Kamenz wurde ein Kind von einem Auto erfasst. Jetzt äußert sich die Polizei dazu.

Vor dem Kinderhaus an der Hohen Straße in Kamenz wurde ein Kind beim Zusammenstoß mit einem Auto verletzt. Seitdem wird über die Sicherheit an dieser Stelle diskutiert.
Vor dem Kinderhaus an der Hohen Straße in Kamenz wurde ein Kind beim Zusammenstoß mit einem Auto verletzt. Seitdem wird über die Sicherheit an dieser Stelle diskutiert. © Matthias Schumann

Kamenz. Eine Polizeimeldung sorgte im Vormonat für einige Diskussionen. Was war passiert? Ein sechsjähriger Junge wurde in Kamenz auf der Hohen Straße beim Zusammenstoß mit einem Auto  leicht verletzt. Das Kind war nach den Erkenntnissen der Polizei, offenbar ohne auf den Verkehr zu achten, vom Gehweg auf die Straße gelaufen. Eine Audi-Fahrerin konnte die Kollision nicht mehr verhindern. 

Der Kleine hatte wohl einen Schutzengel, spekulierte die Mama. Der Junge kam mit einer Prellung davon. Der Unfall passierte am katholischen Kinderhaus „St. Bernhard“.

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Im Nachgang wurde auch über die Verkehrssicherheit diskutiert, weil ja auch Schutzengel die Augen mal woanders haben können - und die meisten Kitas in der Region wohl eher nicht an so einer viel befahrenen Straße liegen. Da ging es unter anderem um die Frage, ob die Kita selbst ausreichend gesichert ist.

Kritisiert wird aber insbesondere, dass an der Straße kein Schild wie „Achtung Kinder“ auf die gefährliche Situation aufmerksam macht und Kraftfahrer zur Vorsicht anhält. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung könnte die Gefahrenstelle entschärfen.

Im Vorjahr Hecke gepflanzt

Andreas Oschika ist Geschäftsführer des Caritasverbandes Oberlausitz, dem Träger der Kita. Zur Straße gebe es einen großen Zaun, erklärt er. Er berichtet außerdem von einem Eltern-Einsatz im Vorjahr. Da wurde eine Hainbuchen-Hecke gepflanzt und mit Pfählen und Drähten verbunden, so dass die Kinder auch von der Seite zum Parkplatz nicht ungehindert auf die Straße laufen könnten.

Zudem sei eine kleine Obstwiese angelegt worden – mitten in der Stadt. Die Kinder seien immer im Blick. „Wir haben von unserer Seite aus baulich alles getan, um Risiken zu minimieren, die mit der Straße zusammenhängen“, ist sich Oschika sicher.

Der Junge sei bereits in Obhut übergeben gewesen und habe sich dann wohl auf dem Gehweg losgerissen. Der Unfall sei ein trauriges Ereignis: „Wir sind alle sehr froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist."

Polizei sieht kein Sicherheitsdefizit

Unterdessen setzte sich sächsische.de auch mit der Polizei in Verbindung. Ein Beamter und Fachmann für Verkehr des Reviers Kamenz hat sich die Situation inzwischen vor Ort angesehen und analysiert: Der Kindergarten befinde sich direkt an der Hauptstraße und sei komplett mit einem etwa anderthalb Meter hohen Drahtzaun umfriedet.

„Entlang des Kindergartens ist ein zwei Meter breiter Fußweg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es ebenfalls einen Fußweg. Der Eingang zum Kindergarten befindet sich von der Hauptstraße abgewendet“, beschreibt die Polizei die Lage. „Vor dem Eingang befinde sich ein Parkplatz für rund zehn Fahrzeuge, sodass ein gefahrloses Übergeben und Übernehmen der Kinder gewährleistet ist“, schätzt die Polizei ein. 

Ebenso trage aus Sicht der Polizei der zwei Meter breite Fußweg zur Verkehrssicherheit der Kinder bei. „Dies bestätigen auch die Unfallzahlen der letzten drei Jahre. Im Zusammenhang mit dem Kinderhaus gab es bis dato keinen einzigen Unfall.“ Aus der Sicht des Polizisten seien an der Unfallstelle vorerst keine Veränderungen nötig. „Auch wenn jeder Unfall, vor allem mit Kindern, natürlich einer zu viel ist“, so Pressesprecherin Anja Leuschner von der Polizeidirektion Görlitz.

Geschäftsführer Andreas Oschika findet seinerseits einen Hinweis der Beobachter gut. Die brachten ein Warnschild ins Spiel, das auf die Kinder aufmerksam machen und die Gefahren reduzieren könnte. Er wolle die Anregung bei der Stadtverwaltung ins Gespräch bringen.

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