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Unfall-Experten fehlen entscheidende Puzzleteile

Nach dem Grund für die zwei schweren Unfälle zwischen Bernstadt und Herrnhut sucht jetzt auch die Staatsanwaltschaft.

Von Anja Beutler

Noch nicht ganz drei Monate liegt es zurück, dass auf der S 128 zwischen Bernstadt und Herrnhut ein Motorradfahrer tödlich verunglückte. Er war mit einem Pkw zusammengeprallt, der über die Gegenfahrbahn hinweg in einen Seitenweg einbiegen wollte. Ob der Pkw-Fahrer Schuld am Tod des Kradfahrers trägt, ist allerdings immer noch nicht geklärt. Nach Angaben von André Schäfer von der Polizeidirektion Görlitz seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, der Fall selbst aber bereits an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Sie wird entscheiden, ob gegen den Pkw-Fahrer ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet wird.

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Denkbar ist derzeit offenbar auch noch, dass er durch den vor ihm fahrenden, mit Strohballen beladenen Traktor, derart unglücklich in der Sicht behindert wurde, dass er trotz aller gebotener Vorsicht das Motorrad nicht sehen konnte. Der Traktor-Fahrer, den die Polizei ebenfalls gefunden und vernommen hat, hatte den Unfall selbst nach eigenen Aussagen wohl gar nicht bemerkt. Nach Angaben Schäfers hat die Staatsanwaltschaft ein Gutachten in Auftrag gegeben und den Unfall bei einem Vor-Ort-Termin bereits rekonstruiert.

Weitaus weniger Klarheit gibt es hingegen bei dem Unfall vor rund einem Monat. Ein 70-Jähriger war mit seinem Auto von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Ob dieser Unfall mit einem anderen Pkw, der den Wagen des Verunglückten zuvor überholt hatte, zusammenhängt, ist noch unklar. Sicher war laut Polizei jedoch, dass sich die beiden Autos nicht berührt hatten. „Die bisherigen Befragungen der Zeugen und die erhobenen Beweise haben noch kein klares Bild erbracht, was für den Unfall ausschlaggebend war“, sagt Schäfer. Erschwerend kommt bei den Ermittlungen hinzu, dass das Unfallopfer selbst wegen seiner schweren Verletzungen noch nicht vernommen werden konnte. Auch in diesem Fall setzt die Staatsanwaltschaft auf ein Gutachten, das jetzt in Auftrag gegeben worden ist.

Dass sich in diesem Jahr gleich zwei schwere Unfälle ereignet haben, wertet die Polizei derzeit nicht als außergewöhnlich, zumal die Straße an sich gut einsehbar ist und ohne Schwierigkeiten befahren werden kann. An dieser Einschätzung dürfte sich vorerst auch nichts ändern, auch wenn sich am Dienstagmorgen dieser Woche erneut ein Unfall nahe dem Abzweig Herrnhut ereignet hat. Diesmal hatte es laut Polizeiangaben aber keine Verletzten sondern lediglich einen – wenn auch hohen – Blechschaden gegeben.