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Riesa

Unfallkreuzung wird 30er-Zone

Die Regeln am Knotenpunkt bei Gallschütz werden geändert – fast alle. Ein Kreinitzer Autofahrer hat an diese Stelle besondere Erinnerungen.

Die Kreuzung bei Gallschütz ist schlecht einsehbar und dadurch gefährlich. Zweimal hat es dort schwere Unfälle gegeben. Beide Male waren Feuerwehrmänner die Unfallopfer. Einer ist verstorben.
Die Kreuzung bei Gallschütz ist schlecht einsehbar und dadurch gefährlich. Zweimal hat es dort schwere Unfälle gegeben. Beide Male waren Feuerwehrmänner die Unfallopfer. Einer ist verstorben. © Archiv/Peter Wolf

Großweitzschen. Sie hätten riesiges Glück gehabt, sagt Peter Wolf. Als seine Frau geschrien hat, habe er die Bremse durchgetreten, sei auf dem Pedal geblieben und gleichzeitig nach rechts ausgewichen. Dadurch sei das Postauto, das aus der Nebenstraße geschossen kam, nur noch in den hinteren Teil des Passats gekracht, in dem die beiden saßen. Das Auto war erst einen Monat alt und nun Schrott. Aber das sei nebensächlich gewesen, meint Wolf. Ihm und seiner Frau sei nichts passiert. Auch die Fahrerin des Postautos habe nur einen Schock erlitten.

Der Unfall ist schon einige Jahre her. Aber er wurde sofort wieder gegenwärtig, als Peter Wolf von dem Schrebitzer Feuerwehrmann las, der im April auf der Kreuzung bei Gallschütz ums Leben gekommen ist. Denn auch Wolf ist in seinem Heimatort Kreinitz als langjähriger Feuerwehrmann bekannt – und genau auf dieser Kreuzung verunglückt.

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Er habe diesen Unfall nur überlebt, weil er zwei Wochen zuvor auf dem Sachsenring an einem Sicherheitstraining teilgenommen und genau diese Situation mit einem seitlichen Aufprall geübt habe. Mindestens fünf Mal. „Sonst hätte ich mich bei dem Unfall nicht so verhalten und wir hätten zumindest schwere Verletzungen erlitten“, ist er sich sicher. „Es gibt an so vielen Kreuzungen auf Bundes- und Staatsstraßen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Weshalb nicht dort?“, fragt Peter Wolf.

Die Antwort bringt eine Verkehrsschau. Nach Informationen unserer Zeitung haben sich Vertreter der Gemeinde, der Polizei, der Straßenmeisterei, des Landratsamtes Mittelsachsen und des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr am Donnerstag mehr als eineinhalb Stunden intensiv auf der Kreuzung umgesehen. Sie sind alle vier Straßenseiten abgegangen, haben Abstände gemessen und sich sogar in die Hocke begeben, um in etwa die Sitzhöhe eines Autofahrers zu erreichen und so auch dessen Blickwinkel zu haben.

Das Ergebnis: Der Kreuzungsbereich soll auf der Staatsstraße 41 in Richtung Mügeln und in Richtung Bennewitz/Zaschwitz auf einer Länge von 100 Metern als 30er-Zone ausgewiesen werden und das Zusatzschild „Unfallgefahr“ erhalten. In den Nebenstraßen aus Richtung Gallschütz und aus Richtung Schrebitz werden an der Kreuzung die Schilder „Vorfahrt beachten“ durch Stoppschilder und eine Haltelinie ersetzt. Die Wegweiser, die das Sichtfeld beeinträchtigen, werden versetzt.

In Richtung Gallschütz soll nach rechts ein weiterer Verkehrsspiegel ergänzt und in Richtung Schrebitz ein größerer Verkehrsspiegel aufgestellt werden, damit die Straße für die Kraftfahrer besser einsehbar ist. Die Straßenmeisterei sei damit beauftragt worden, die Veränderungen zeitnah umzusetzen.

Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos) hätte sich aber noch mehr gewünscht. Nach dem schweren Unfall im April hatte er erklärt, dass es am günstigsten wäre, den Hügel an der Kreuzung abzutragen und einen Kreisverkehr zu bauen, um den Verkehrsknotenpunkt zu entschärfen.