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Unfallschwerpunkt Lidl-Parkplatz

Die Ausfahrt auf die Rosenstraße ist eng und unübersichtlich. Das wurde einem Grundschüler zum Verhängnis.

© Uwe Soeder

Von Stefan Schramm

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Es ging alles so schnell. „Wir haben mit der Familie am 21. Dezember einen Sonntagsspaziergang durch Bautzen gemacht“, erinnert sich Michaela Bernstein. Ihr achtjähriger Sohn lief wenige Meter weiter vorn auf dem Fußweg an der Rosenstraße in Richtung Wallstraße. Als er die Einfahrt zum Lidl-Parkplatz querte, sei ein Auto herausgeschossen gekommen. „Er hatte zum Ausweichen keine Chance, war genau in der Mitte der Einfahrt“, schildert die Mutter, die das Geschehen aus nächster Nähe beobachtete. Das Fahrzeug habe den Grundschüler erfasst und ihn in Richtung Bordstein geschleudert. Er habe sich aber sofort von allein aufgerappelt und sei weggelaufen. „Wir mussten ihn dann erst mal wieder einfangen“, sagt die Bautzenerin.

Polizei ermittelt zum Hergang

Mit großem Unbehagen denkt sie an jenen Moment vor fünf Wochen zurück, der auch durchaus beträchtlichere Folgen hätte haben können. „Das war nicht leicht wegzustecken, doch zum Glück hat er die Sache gut überstanden“, berichtet Michaela Bernstein. Ihr Kind trug nur kleine Blessuren und einen gehörigen Schreck davon. Trotzdem wurde es vorsichtshalber zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert, das es aber schon am nächsten Tag wieder verlassen konnte. Die 37-jährige Fahrerin, an deren Auto bei der Kollision nach Polizeiangaben augenscheinlich kein Schaden entstand, war Zeugen zufolge forsch an die Ausfahrt vorgeprescht. Zum genauen Hergang ermittelt nach Auskunft von Polizeisprecher Thomas Knaup der Verkehrsunfalldienst der Polizeidirektion Görlitz.

Seither laufe gegen die Fahrerin wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung ein Ermittlungsverfahren. „Das ist ein üblicher Vorgang bei Verkehrsunfällen, bei denen Menschen verletzt wurden“, erklärt Thomas Knaup. „Ich mache ihr ja gar keine Vorwürfe. Schließlich sind wir auch alle Kraftfahrer“, sagt Michaela Bernstein. Viel mehr gehe es ihr nun darum, etwas beizutragen, damit derartige Zusammenstöße in der Zukunft zumindest seltener werden. „Hier passiert öfter mal was“, habe ihr ein Beamter während der Unfallaufnahme gesagt. Ausfahrten seien Gefahrenstellen.

Sicht kann eingeschränkt sein

Dass es an dieser Stelle bei Kollisionen zu Verletzungen kommt, ist offenbar bislang die Ausnahme. „In den Jahren 2012 bis 2014 hat sich dort kein weiterer Verkehrsunfall mit Personenschaden ereignet“, berichtet Thomas Knaup – und mahnt dennoch zur Vorsicht. „Die Gegebenheiten erfordern von allen Verkehrsteilnehmern – Auto- und Radfahrern wie auch Fußgängern – ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme“, so der Polizeisprecher. „Wegen der engen Bebauung und der entlang der Rosenstraße parkenden Fahrzeuge kann die Sicht auf die Straße und den parallel verlaufenden Gehweg eingeschränkt sein“, erklärt Thomas Knaup. Nur wenige Meter neben der Einfahrt befindet sich ein Liefertor zum Gebäude des Discounters, das bis an die Ecke von Fußweg und Einfahrt ragt. Vom Parkplatz kommende Fahrer können nicht sehen, ob von rechts Passanten kommen. „Dort wird baulich nichts zu machen sein“, befürchtet Michaela Bernstein.

Ein Appell an die Vernunft

Sie ruft deshalb die Autofahrer zur Vorsicht an Einfahrten auf und appelliert an die Vernunft. Der Fußweg liegt auf dem Schulweg zur nahen Mättigschule. Nicht zuletzt deshalb befindet sich dort, wo er die Wallstraße kreuzt, eine Fußgängerampel. Die Mutter hofft darauf, dass vielleicht bald ein Schild „Achtung, Fußgänger“ auf deren Vorrang hinweist. „Wer aus einem Grundstück auf die Straße einfahren will, hat sich dabei so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist“, geht aus Paragraf 10 der Straßenverkehrsordnung hervor. Doch den kennt wohl nicht jeder Fahrer. Als die Familie den Unfallort später noch mal unter die Lupe nahm, sei sogar ein Kleinbus aus der Ausfahrt herausgerast. Daraus hat Michaela Bernstein ihre Lehre gezogen: „Am wichtigsten ist, den Kindern einzuimpfen, dass sie immer gut aufpassen sollen!“

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