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Ungeplanter Nachwuchs bei Lausitzer Elchen

Mindestens ein Junges wurde geboren, obwohldie Väter kastriert wurden.

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Von Irmela Hennig

Eigentlich hätte es gar nicht passieren sollen, doch die Oberlausitzer Elche haben Nachwuchs. Mindestens ein Elchkälbchen, vielleicht aber auch drei wurden Ende April, Anfang Mai in einem Gehege bei Bautzen geboren. „Wir haben das noch nicht an die große Glocke gehängt, weil die Überlebenschancen der Tiere in den ersten Monaten nicht so riesig sind“, sagt Elchbetreuer Michael Striese vom zuständigen Büro Lutra. Er hat Elchkuh Runa mit einem Jungen beobachtet. Auch die scheue Karla sei trächtig gewesen. Doch ihren Nachwuchs hat Michael Striese bislang nicht entdecken können.

Das Paradoxe daran ist: Die Elchbullen, die mit drei Kühen auf dem 155 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsplatz bei Dauban stehen, sind kastriert. Vor allem weil der Nachwuchs sehr wild war, hatte man sich dazu entschlossen. Weitere Elche sollten eher durch Neuerwerbungen als durch Zucht hinzukommen. Denkbar wäre nun, dass ein Bulle, der nicht zum Gehege gehört, für den Nachwuchs verantwortlich ist. Doch Michael Striese schüttelt den Kopf. „Wir hätten gemerkt, wenn ein fremdes Tier hier gewesen wäre.“ Der Experte, der die Tiere seit Jahren betreut, hält den Jungbullen Fynn für den Verursacher. Der ist, anders als die männlichen Artgenossen, noch nicht kastriert und käme, obwohl sehr jung, als Vater infrage.

Elche sollen Pferde treffen

Ob seine Nachkommen überleben, lässt sich im Herbst genauer sagen. Ziemlich sicher aber ist, dass die Herde weiter wachsen wird. 15 Tiere sind geplant. Sie sollen die Lausitzer Heidelandschaft von Büschen frei fressen. In Kürze steht den Elchen übrigens ein neues „Abenteuer“ bevor. Sie treffen auf polnische Konikpferde. Die leben seit einem Jahr auf dem Gelände, noch durch einen Zaun von den Elchen getrennt. Der soll nun aber weg.