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Ungewissheit macht Laubenpieper fertig

Die Sparte am Lerchahang will in den nächsten Wochen über Widerstand gegen die Plossenumleitung durch die Gärten diskutieren.

Durch die Kleingartensparte Am Lerchahang in Meißen soll während des Baus der Auffahrt zum Plossen eine der wichtigsten Umleitungsstrecken führen. Vereinsvorstand Volker Otto und seine Gartenfreunde wehren sich.
Durch die Kleingartensparte Am Lerchahang in Meißen soll während des Baus der Auffahrt zum Plossen eine der wichtigsten Umleitungsstrecken führen. Vereinsvorstand Volker Otto und seine Gartenfreunde wehren sich. © Volker Otto

Meißen. Das ausgedruckte Luftbild von Volker Otto spricht Bände. Lediglich auf den ersten knapp 50 Metern der südlichen Zufahrt zur Sparte Am Lerchahang, welcher der Meißner vorsteht, passen zwei Autos aneinander vorbei. Danach wird es eng, vor allem in den Kurven.

„Hier auf 5,50 Meter auszubauen, würde bedeuten, tief in die Gärten hineingehen zu müssen“, sagt Otto. Zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Meißner Kreisverbandes der Gartenfreunde Wolfgang Röhr ist er an diesem Vormittag in die SZ-Redaktion gekommen, um über die Ängste der Laubenpieper mit Blick auf den geplanten Bau der Plossenauffahrt zu sprechen.

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 Aktuellen Varianten zufolge könnte eine der Umleitungen während der rund zweijährigen Bauzeit direkt durch die Gartensparte verlaufen. Ex-Stadtrat Jörg Schlechte hatte die Idee vorgebracht, den ersten Teil über die Querallee zu führen, um etwa auf halber Strecke zwischen Wilsdruffer Straße und Lercha nach Nordwesten über das dortige Feld auf eine neu zu bauende Piste abzubiegen.

Anschließend würde der Verkehr in den Lerchaweg einmünden und diesem als Ausbaustrecke in Richtung Hirschbergstraße folgen.

Lärm, Dreck und Gefahren

Nach Angaben Ottos wären von dieser Route knapp 20 Gärten als direkte Anlieger betroffen. Wie weit sich der Verkehr darüber hinaus bei dahinter liegenden Pächtern negativ bemerkbar machen könnte, ist noch nicht abzusehen. Momentan bildet dieser Teil des Lerchahangs ein idyllisches Fleckchen. Das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Der Westwind macht das lauteste Geräusch.

Würde der Plossen während der Bauzeit komplett gesperrt, dürfte sich das radikal ändern. „Aus der Kurve kommend werden die Autos vor der gerade über das Feld ansteigenden Strecke richtig schön Gas geben“, ist sich Otto sicher. Bei jedem Schritt vors Tor müssten die Gärtner genau auf den Verkehr achten, Kinder jederzeit im Auge behalten werden. Lärm und Dreck dürften deutlich zunehmen. Die Idylle der abgelegenen Sparte wäre definitiv dahin.

Den springenden Punkt dabei bildet in den Augen Ottos der Zeitfaktor. „Niemand sagt uns, wie lange der Bau der Umleitungsstrecke und anschließend auf dem Plossen selbst dauern wird“, sagt er. Diese Ungewissheit mache die Laubenpieper fertig.

 Erst kürzlich sei es gelungen, zwei vorübergehend leerstehende Gärten neu zu vergeben. Die Schreberfreunde hätten mehrere Tausend Euro in den Kauf der Lauben investiert. Jetzt dürften sie sich veralbert vorkommen. Für ältere Mitglieder des Vereins könnte die anstehende Belastungsprobe möglicherweise den Anstoß geben, sich von ihrem grünen Refugium zu trennen.

Laster nicht ins Zentrum holen

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Vor diesem Hintergrund appellieren Volker Otto und Wolfgang Röhr nochmals an die Verantwortlichen, den Ausbau der Staatsstraße für den Schwerlastverkehr zu überdenken. „Meißen ist die einzige Stadt in Sachsen, die ich kenne, welche sich die Lkw gezielt ins Zentrum holt“, sagt Otto. Mit B 101 und Schottenbergtunnel sei eine Alternative vorhanden.

Anfang April wollen er und alle Lerchahang-Freunde diskutieren, wie sie der Gefahr für ihre Sparte begegnen.

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