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Ungewöhnliche Zukunft fürs Waldbad

Für das Weixdorfer Freibad hat die Dresdner Bäder GmbH ein Konzept erarbeitet. Das überrascht.

Von Sylvia Gebauer

Sonnencreme und Badesachen im Gepäck, das Wetter ist perfekt für einen Sprung ins kühle Nass. Am Eingang noch schnell die Eintrittskarte kaufen, dann steht dem Badespaß im Waldbad Weixdorf nichts mehr im Wege. Mitten im Wald gelegen, bietet das Naturbad Erholung pur. Für Badegäste und die Siedler gleichermaßen. „Wohlfühloase“, sagen die einen. „Hier bekommt man Ausschlag, geht ja nicht rein“, sagen die anderen. Zum Waldbad haben die Weixdorfer und Gäste eine Hassliebe entwickelt – entweder man ist Feuer und Flamme oder man meidet es. Letzteres tun die Besucher immer häufiger. Schlechte Schlagzeilen gehören zum Freibad seit einigen Jahren dazu. Hautausschlag bei Badegästen und Besuchernegativrekord im Vergleich der Dresdner Bäder waren darunter. Das soll sich ändern, dafür setzt sich Matthias Waurick ein. Der Chef der neuen Dresdner Bäder GmbH sprach über die Pläne in der jüngsten Sitzung des Weixdorfer Ortschaftsrates. Eines steht fest: Die kommende Badesaison könnte in dieser Form die letzte in der 108-jährigen Geschichte des Freibades sein.

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In naher Zukunft wird sich etwas ändern. Wie schnell die Pläne umgesetzt werden, ist davon abhängig, bis wann alles geregelt werden kann. Rechtliche Dinge müssen geklärt werden, mit den Siedlern muss gesprochen werden. Fakt ist: Aus dem Waldbad Weixdorf soll eine ausgewiesene Badestelle werden. Diese Empfehlung ist im aktuellen Badekonzept des Waldbades zu finden. Mit der Übernahme aller 15 Bäder der Stadt Dresden durch die neu gegründete Dresdner Bäder GmbH wurden alle Fakten zu den Bädern auf den Tisch gelegt. Für Weixdorf ist die Analyse zum Teil niederschmetternd: Wasserqualität mangelhaft. „Hier müssen wir dringend etwas ändern, wir sind bereits mit Fachleuten im Gespräch“, sagt Bäderchef Matthias Waurick. Angedacht ist beispielsweise, Schilf anzupflanzen, das bei der Reinigung des Naturwassers unterstützend wirkt. Fakt ist aber auch: Das Waldbad ist Überschwemmungsgebiet. Bevor in Sachen Wasser gehandelt werden kann, müssen Fachämter, wie das Umweltamt und die Landestalsperrenverwaltung, mit ins Boot geholt werden. Besorgt müssen die Weixdorfer nicht sein, die Bäder GmbH wird hier definitiv aktiv werden. Auch wenn das Bad nur noch ausgewiesene Badestelle ist.

Fakt ist aber auch: Das Bad hat in den vergangenen Jahren erhebliche Verluste erwirtschaftet. Von einem fünfstelligen Betrag, also mindestens 10 000 Euro, ist hier die Rede. Zu genauen Zahlen will sich der neue Bäderchef nicht äußern. Durchschnittlich 6 000 Besucher pro Saison und die Siedler sind einfach zu wenig, um die Kosten decken zu können. Durch die ausgewiesene Badestelle fiel dieser Kostenfaktor so gut wie weg. Denn sämtliche Badanlagen, wie Steg, Sprunganlage oder Rutsche, würden abmontiert werden. Auch der Zaun ums Bad würde verschwinden. Ein Bademeister wäre tagsüber vor Ort, um den Badebetrieb zu kennzeichnen.

So viel zur Theorie, zahlreiche Dinge müssen noch geklärt werden. Wenn es schnell geht, könnte das Waldbad Weixdorf ab der Freibadsaison 2015 ausgewiesene Badestelle sein. Wenn nicht, dann erst 2016. Diese Idee wird definitiv umgesetzt. Bis dahin wird die kommende Saison wie die bisherigen 107 Saisons laufen. Am 10. Mai öffnet das Freibad. Von 10 bis 19 Uhr wird es geöffnet sein.