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Uniklinik-Niveau im Krankenhaus

Ein neues Netzwerk soll Patienten die Vorteile anderer Kliniken anbieten – ohne die Heimat verlassen zu müssen.

Von Jens Ostrowski

Ein Krebspatient, der in den Elblandkliniken behandelt wird, kann ab sofort in weiten Bereichen von der Dresdner Medizin profitieren, ohne das Krankenhaus verlassen zu müssen. „Das ist besonders wichtig für Patienten, die während der Behandlung die Nähe zu ihrer Heimat brauchen“, sagte Riesas medizinischer Direktor Dr. Michael Dechant.

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Die Kooperation der Krebsspezialisten (Onkologen) in Riesa ist das erste Projekt einer sachsenweit einzigartigen medizinischen Zusammenarbeit, welche die Universitätsklinik und das Elblandklinikum gestern besiegelten. Details teilten die Kooperationspartner innerhalb einer Pressekonferenz mit.

Das neue Projekt trägt den Titel Medinets. Für die Dresdner Uniklinik bietet es die Möglichkeit, mehr Patienten in der Fläche zu erreichen. Gestartet wird es in der Riesaer Onkologie.

Eine Zusammenarbeit zwischen den Kliniken gibt es schon länger. Im Brustkrebszentrum in Radebeul und auch in der Meißener Neurologie. „Unser Ziel ist es, die medizinische Qualität für unsere Patienten an unseren Standorten weiter zu erhöhen“, sagte Elblandklinik-Vorstand Frank Ohi. So soll der fachliche Austausch von Experten intensiviert werden. Die Patienten könnten telemedizinisch von Spezialisten der Uniklinik mit betreut werden. Geplant ist eine Kooperation bei Labordiagnostik, Medikamenten und Logistik.

Protonentherapie steht bereit

Aber auch die Nutzung von Dresdner Technologie wird so vereinfacht. Bislang werden Tumorpatienten mit den Möglichkeiten des Elblandklinikums bestrahlt. „Durch die Zusammenarbeit können wir viel schneller klären, ob eine andere, vielleicht in Dresden angebotene Strahlentherapie nicht wirksamer sein könnte“, sagte Professor Michael Baumann, Chef der Klinik für Strahlentherapie an der Uniklinik. Dort wird seit diesem Jahr die moderne Protonentherapie angewandt, die vor allem bei Patienten zum Einsatz kommt, bei denen die herkömmliche Bestrahlung nicht ausreichend genutzt werden kann, weil der Tumor entweder zu tief im Körper sitzt oder aber von empfindlichen Organen umgeben ist. Die Protonentherapie ermöglicht eine optimierte Dosisverteilung innerhalb der zu bestrahlenden Region.

Durch eine engere Zusammenarbeit der Riesaer Krebsärzte mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Dresdner Uniklinikums werden die hier betreuten Patienten also frühzeitiger als bisher durch die Strahlentherapeuten mitbetreut. Geplant sind dafür unter anderem auch in Riesa abgehaltene Sprechstunden von Dresdner Experten. „Das Medinets kann ungeachtet der demografisch bedingten Zunahme an Krebspatienten und dennoch gleichbleibender ärztlicher Kapazitäten eine optimale Versorgung der Patienten sicherstellen“, betonte Professor Michael Albrecht, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums.

Für weitere Krankenhäuser offen

Welche Fachbereiche noch ins Medinets einsteigen sollen, darüber schweigen sich die Beteiligten bislang aus. „Wir können uns viel vorstellen, wollen aber Schritt für Schritt vorgehen“, sagte Frank Ohi. Klar sei aber, dass das Netzwerk für alle interessierten Partner offen ist. Krankenhäuser aus ganz Sachsen können daran teilnehmen, müssten sich aber verpflichten, entsprechende Qualitätsstandards einzuhalten, sagte Albrecht. Dafür würden derzeit Gespräche mit den Krankenkassen geführt, mit denen eine entsprechende Vereinbarung geschlossen werden solle.

Frank Ohi war es gestern abschließend wichtig zu betonen, dass die Zusammenarbeit im Medinets keine wirtschaftlichen, sondern ausschließlich qualitative Gründe habe.