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Unruhe in Dippser Kitas

Die Stadt will alle Kindereinrichtungen abgeben. Eltern hoffen auf Mitsprache.

Von Franz Herz

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Diese Woche läuft die Frist ab, zu der sich Interessenten für die Übernahme einer Kindertagesstätte in Dippoldiswalde melden können. Eine Erzieherin, die nicht genannt werden will, sagt: „Wir hatten jetzt mehrere Besichtigungen. Dann erfahren wir, wer sich um unsere Kita bewirbt. Mehr wissen wir im Moment auch nicht.“ Aus diesen Worten klingt viel Verunsicherung. Deswegen haben Elternvertreter aus Berreuth und Seifersdorf schon auf dem Dippser Markt demonstriert. Erzieher und Eltern aus vielen Einrichtungen haben im Dezember im Stadtrat Unterschriften gegen den Trägerwechsel übergeben.

Seitdem fanden in allen Einrichtungen Besichtigungstermine statt. Vertreter von praktisch allen Wohlfahrtsverbänden der Region, die Kitas betreiben, haben sich die städtischen Einrichtungen angesehen. Auch das hat Unruhe in die Einrichtungen getragen. Thomas Böhme, der Leiter des Hortes in Obercarsdorf, sagt: „Bei uns waren auch verschiedene Besichtigungstermine. Wir wissen alle nicht, wer in einem Jahr unser neuer Arbeitgeber wird. Die Entscheidungen fallen jetzt. Aber das bringt Unsicherheit für uns Mitarbeiter.“

Die Situation ist für jeden Mitarbeiter verschieden. So gelten für viele Freie Träger auch Tarifverträge. Die unterscheiden sich aber von denen im öffentlichen Dienst. So können sie beispielsweise bei der Diakonie für jüngere Mitarbeiter günstiger aussehen als die im öffentlichen Dienst, für Ältere hingegen schlechter, wie Diakonie-Geschäftsführer Jörg Ihbe informiert. Welche Regelung für die einzelnen Mitarbeiter gelten wird, weiß eben niemand. Das hängt davon ab, welcher Träger welche Einrichtung bekommt.

Derzeit sind Erzieherinnen auf dem Arbeitsmarkt gefragt, auch bei kommunalen Kindergärten, die es in den Nachbarkommunen ja weiterhin gibt. Es gäbe also die Möglichkeit zu wechseln. Doch Thomas Böhme hofft, dass keine Abwanderung einsetzt. Er wünscht, dass sein eingespieltes Team auch nach einem Trägerwechsel zusammenbleiben kann.

Unsicherheit herrscht nicht nur bei den Mitarbeitern, sondern auch bei vielen Eltern. Das bestätigt Annett Schwiteilo, die Elternratsvorsitzende der Kita Rasselbande in Berreuth. Sie war dabei, als vor einigen Tagen Vertreter des Kinderschutzbundes zu Besuch waren. Und sie weiß, dass noch eine Reihe weiterer Interessenten ebenfalls zur Besichtigung waren. „In Berreuth sind wir zufrieden mit der Einrichtung und haben auch ein gutes Verhältnis zu den Erzieherinnen. Da gibt es keinen Wunsch nach einem Wechsel. Wenn jemand unzufrieden ist, fiele das natürlich leichter“, vermutet sie. „Wir werden das sowieso nicht mehr aufhalten.“ Ein Grund für Unsicherheit sind auch Berichte von anderen Eltern über den Übergang des Reichstädter Kindergartens an die Diakonie. Eltern, die keinen kirchlichen Hintergrund haben, wünschten damals keinen konfessionellen Träger. Doch die Stadt hat sich so entschieden. Nun hofft Annett Schwiteilo, dass die Eltern bei den jetzigen Trägerentscheidungen auch Einfluss nehmen können.

Da kommt eine Menge Arbeit auf Mitarbeiter, Stadträte und Elternvertreter zu. Nach Informationen der SZ haben sich viele mögliche Träger in den Einrichtungen umgesehen. Wenn sich alle von denen für die Kinderkrippen, Kindergärten und Horte bewerben, haben die Verantwortlichen die Qual der Wahl.

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