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„Unsere dicken Lausitzer“

Woran erkennt man eine Naschkatze, die sich an frischen Heidelbeeren gütlich tat? Ganz klar, blaue Lippen verraten sie. Doch wer Kulturheidelbeeren genascht hat, bleibt sauber. Deren weißes Fruchtfleisch bringt keine Färbung hervor.

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Woran erkennt man eine Naschkatze, die sich an frischen Heidelbeeren gütlich tat? Ganz klar, blaue Lippen verraten sie. Doch wer Kulturheidelbeeren genascht hat, bleibt sauber. Deren weißes Fruchtfleisch bringt keine Färbung hervor. Jetzt sind diese Früchte in vielen Geschäften in unserer Region im Angebot. Dies wurde durch Mut und Fachkenntnisse von Uwe Jäger möglich. Er baute auf einer Fläche von 3,5 Hektar in der Nähe von Särichen Kulturheidelbeeren an.

Der gelernte Forstmann machte Mitte der 90er Jahre in der Lüneburger Heide die Bekanntschaft mit Kulturheidelbeeren-Plantagen. Und er entschloss sich, es selbst mit dem Anbau zu versuchen. Der Ankauf eines Waldstückes Anfang vorigen Jahres war der Anfang. Inzwischen gedeihen hier einige hundert Sträucher der Sorten Nuj und Reka. Die zuletztgenannte ist die wichtigste vom Ertragher, aber auch vom Geschmack der Früchte her.

Anfang der Woche wurden über 190 Kilogramm geerntet. Und jetzt waren es über 200 Kilogramm, die von fleißigen Helfern und Familienangehörigen gesammelt wurden. Für sie heißt es früh aufzustehen, denn die beste Sammelzeit ist nach Sonnenaufgang. Bis gegen 11 Uhr sind die Pflücker im Einsatz, danach sind die Früchte zu warm für eine längere Lagerung. Dazu bedarf es der Lagertemperaturen von wenigen Grad über Null. Nach etwa einer Woche müssen Kulturheidelbeeren den Weg zur Vermarktung gefunden haben.

Bei der Vermarktung stand die Rothenburger Firma Marktfrisch Uwe Jäger hilfreich zur Seite. Sie half ihm nicht nur, den Namen für das Produkt zu finden. Sie ist auch bestrebt, Interessenten für das neue Produkt aus unserer Region zu finden. Unter dem Namen „Unsere dicken Lausitzer“ treten die Beeren ihre Reise zu den Verbrauchern an. Uwe Jäger schätzt nicht nur diese Unterstützung hoch ein. Er ist auch des Lobes voll über die Hilfe seiner Partnerin Anke Fieber und der anderen Familienmitglieder. Die im Herbst vorgesehene Erweiterung der Anbaufläche um zwei Hektar ist ein weiterer Schritt in die Zukunft des Unternehmens. (ru)