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Unternehmerclub auf Distanz zu Erler

In der hiesigen Wirtschaft hat Bischofswerdas OB nur wenig Rückhalt. Das zeigt eine SZ-Umfrage in Verbänden.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Die Stadtratsopposition fordert Bischofswerdas Oberbürgermeister Andreas Erler (CDU) zum Rücktritt auf (die SZ berichtete). Soll der OB zurücktreten oder nicht? Die SZ fragte die hier ansässigen Wirtschaftsverbände, was aus ihrer Sicht für die Stadt Bischofswerda jetzt das Beste wäre.

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Im Unternehmerclub Oberlausitz tendiert offenbar eine Mehrheit zu einem Rücktritt des OB, sagte Vorsitzender Bernhard Plewnia nach Rücksprache mit anderen Vorstandsmitgliedern. Jeder Zweite der rund 50 Klubmitglieder ist Bischofswerdaer. Bernhard Plewnia: „Die Meinung im Vorstand ist nicht einheitlich. Mehrere Vorstandsmitglieder sind aber der Auffassung, dass Bischofswerda einen Neuanfang braucht und dass dieser für die Stadt überlebenswichtig ist.“ Kritiker der Politik von Andreas Erler werfen dem Rathauschef vor, mitverantwortlich zu sein für Zerwürfnisse im Stadtrat. Sie attestieren ihm mit Blick auf die entlassene Schulamtsleiterin und die freiwillige Kündigung von zwei jungen Führungskräften „eine katastrophale Personalpolitik“. Sie vermissen Visionen für Bischofswerda und sehen, dass sich vergleichbare Städte wie Neustadt besser entwickeln. „Dort sind die Gewerbegebiete voll“, sagt Bernhard Plewnia. Dem OB werde von seinen Kritikern ein „teilweiser Realitätsverlust über die wirklichen Zustände in der Stadt“ zur Last gelegt.

Klubmitglieder, die für einen Verbleib des OB im Amt sind, nennen vor allem ein Argument: Sie sehen momentan keine personelle Alternative zu Andreas Erler.

Die Werbegemeinschaft der Einzelhändler führt dasselbe Argument an: „Was passiert nach einem Rücktritt? Wer wäre dann da, der das Ruder übernehmen könnte?“, heißt es. Man werde abwarten, wie der OB auf die Rücktrittsforderung reagiert und danach die Situation bewerten.

Der Wirtschaftsförderverein Bischofswerda, der in diesem Sommer ein Boot für den Gondelteich stiftete, sagt weder Ja noch Nein zu dem geforderten Rücktritt – zumindest nicht öffentlich. Pressesprecher Karl-Heinz John, zugleich Stadtrat für die FDP: „Uns befremdet der öffentliche Umgang mit dieser Situation. Er schadet dem Image der Stadt.“ Sein Fraktionschef und Sprecher der Wirtschaftsinitiative „Fortschritt für Bischofswerda“ Steffen Grafe wiederholte auf Anfrage jetzt seine Aussage von vergangener Woche: „Wir warten ab, was der OB zu sagen hat. Und dann reden wir mit ihm. Ohne Öffentlichkeit.“