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Unterricht Openair

Wilthen. Das Immanuel-Kant-Gymnasium hatgestern einen „Hörsaal im Grünen“ eingeweiht.

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Von Carmen Schumann

Die Idee stammte von den Schülern selbst. Und bis der Gedanke schließlich realisiert wurde, vergingen nur anderthalb Jahre. Bereits vor einem Jahr wurde am Wilthener Immanuel-Kant-Gymnasium ein „Klassenzimmer im Freien“ eingeweiht, das von den Schülern gerne und viel genutzt wird – passendes Wetter vorausgesetzt natürlich. Während jedoch das „Klassenzimmer“ mit seinen rustikalen Tischen und Bänken eher einem gemütlichen Pausenhof gleicht, ist der neue „Hörsaal“ eine Konstruktion, die mit ihren steil aufsteigenden Holzsitzen im Halbrund tatsächlich an einen Hörsaal erinnert.

Von Seiten der Schulleitung wurde das Projekt wohlwollend begleitet, den „Löwenanteil“ an seinem Zustandekommen hatte jedoch der „Freundeskreis des Immanuel-Kant-Gymnasiums“, der sich darum kümmerte, dass die nötigen Sponsorengelder zusammenkamen. Denn Fördergelder konnten dafür keine in Anspruch genommen werden. „Wir sind der Kreissparkasse sehr dankbar, denn sie trug nahezu die Hälfte der Kosten“, betont Simone Schücke vom „Freundeskreis“. Und Johannes Thiemann, dessen drei Kinder ebenfalls Kant-Gymnasiasten sind oder waren, ergänzt: „Wir wollten etwas ausprobieren, was andere Schulen nicht haben. Ich denke, das ist eine dauerhafte Sache, die noch viele nachfolgende Schülergenerationen nutzen können.“

Das Sitzgerüst aus Lärchenholz, welches mit schmückenden Schnitzereien versehen ist, wurde vom Holz- und Sägewerk Arnsdorf gefertigt. Den kleinen Weg zum Hörsaal legte der städtische Bauhof an. Zu den Sponsoren gehörte auch die einheimischen Weinbrennerei. Nächste Woche werden Schüler den Hörsaal noch mit einem zusätzlichen Lasuranstrich versehen.

Bürgermeister Knut Vetter begrüßte als Vertreter des Schulträgers die Initiative der Schüler und Lehrer ausdrücklich und sagte: „Ich denke, der Hörsaal im Grünen erhöht die Qualität des Unterrichts und fördert die Motivation von Lehrenden und Lernenden.“

Schulleiter Armin Bartz betonte, dass die Fäden bei Cornelia Tracksdorf, der Biolehrerin zusammenliefen. Er ist besonders stolz, dass alle Beteiligten nicht lockerließen, obwohl ja zeitweise der Weiterbestand der Schule in Frage stand. „Unterrichtsstunden im klassischen Sinn werden im Hörsaal sicher nicht stattfinden, aber Naturbeobachtungen oder die Zeichenstunden“, so der Schulleiter.