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Unterschriften für den Zipfelzug

Ab Juli fährt die Bahn bis Rumburk. Der Anschluss von Tschechien in die Oberlausitz fehlt. Das soll sich ändern.

Von Romy Kühr und Anja Weber

Stadträte haben in Ebersbach-Neugersdorf in den letzten Wochen in ihrer Stadt 1 021 Unterschriften gesammelt für den sogenannten Lückenschluss des Bahnverkehrs im Schluckenauer Zipfel.

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Die Unterschriftenliste hat die Stadt an den Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) geschickt, der in der Region für den öffentlichen Nahverkehr zuständig ist. Dessen stellvertretender Geschäftsführer Christoph Mehnert sieht allerdings den tschechischen Kreis Usti in der Pflicht. Dieser müsse zustimmen, dass er auf tschechischer Seite Züge bestellen will. Das hat er bisher abgelehnt. Mehnert sicherte jetzt zu, noch einmal Kontakt mit den tschechischen Nachbarn in Usti aufzunehmen, um das Thema zu besprechen.

Die Stadträte von Ebersbach-Neugersdorf wollen erreichen, dass die neue Bahnlinie zwischen der Sächsischen Schweiz und dem tschechischen Rumburk bis nach Ebersbach weitergeführt wird. Damit dürften sie mit den hiesigen Bahnaktivisten auf einer Wellenlänge liegen. Denn bei einem kürzlichen Forum der Landtagsfraktion Bündnis 90/Grüne wurde genau dieses Thema angesprochen. Die Teilnehmer bemängelten ebenfalls, fehlende Zugverbindungen auf tschechischem Gebiet. Der neue Zug fährt dann zwar bis Rumburk, aber von dort fehlen weitere Anschlüsse in Richtung Oberlausitz. Die Reisenden könnten dort maximal mit Bussen weiter fahren, weil auf tschechischer Seite einige Verbindungen gekappt wurden, beziehungsweise die Strecken da sind, aber keine Züge mehr fahren. Der Lückenschluss in Sebnitz findet am 4. Juli statt. Die ersten Züge sollen nach der derzeitigen Planung dann ab dem 5. Juli rollen.