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Unterschriften für die Riesenantenne

250 Bürger beteiligten sich bei einer Aktion auf dem Wilsdruffer Markt. Wie geht es jetzt weiter?

Sabine Neumann (Mitte) und ihre Unterstützer vom Technikverein Sender Wilsdruff sammelten am Donnerstagvormittag Unterschriften für den Erhalt der Wilsdruffer Sendeantenne. In der ersten Stunde hatten sich schon 170 Bürger an der Aktion beteiligt.
Sabine Neumann (Mitte) und ihre Unterstützer vom Technikverein Sender Wilsdruff sammelten am Donnerstagvormittag Unterschriften für den Erhalt der Wilsdruffer Sendeantenne. In der ersten Stunde hatten sich schon 170 Bürger an der Aktion beteiligt. © Karl-Ludwig Obertür

Die Aktion von Sabine Neumann und dem Technikverein Sender Wilsdruff darf als Erfolg gelten. Sie sammelten am Donnerstag 250 Unterschriften für den Erhalt der Riesenantenne. Diese soll nach den Plänen der Media Broadcast bis zum Jahresende abgerissen werden. „Mit so viel Leuten habe ich nicht gerechnet“, sagt Neumann, die im Februar eine Online-Petition initiiert hat und diese nun mit der Unterschriftensammlung unterstützen wollte. Auch Vereinschef Jürgen Juhrig zeigte sich hocherfreut über den Erfolg.

Dass beide zusammen mit anderen Mitstreitern gerade am Donnerstagvormittag auf dem Wilsdruffer Marktplatz die Unterschriften sammelten, war kein Zufall. Der Platz war belebt, weil Markttag war. Doch nicht nur die Marktbesucher kamen am Stand des Technikvereins vorbei. Viele sind nur wegen der Unterschriftenaktion nach Wilsdruff gekommen, wie Klaus Gruner aus Deutschenbora bei Nossen, der von der Unterschriftenaktion beim Frühstück im Radio hörte und sich zusammen mit seiner Frau nach Wilsdruff aufmachte. Andere kamen aus Dresden und den Ortsteilen.

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Nachdem der Abriss genehmigt wurde, formiert sich Widerstand. Nun wurde eine neue Initiative pro Turm gestartet.

Nach zweieinhalb Stunden wurde die Aktion auf dem Markt beendet. Nun überlegt Sabine Neumann, weiter Unterschriften zu sammeln, eventuell schon am Sonntag. Zwar wurde ihre Initiative zum Erhalt der Riesenantenne im Internet bereits von knapp 2 700 Bürgern unterstützt. Maßgeblich sind aber nur die Unterschriften von Bürgern, die im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wohnen, da sich die Petition an den Kreistag und Landrat Michael Geisler (CDU) wendet. Das Onlineportal Openpetition hat als Untergrenze 2 100 festgelegt. Neumann hat – Stand Donnerstag – 1 436 Unterschriften gesammelt.

Warum sind Sie für den Erhalt der Wilsdruffer Sendeantenne?

"Der Funkturm steht genau im Blickfeld unseres Hauses, gehört zur Landschaft und ist fast ein Naturdenkmal. Wenn wir auf Wilsdruff zufahren, sehe ich ihn schon von Weitem. Deshalb soll er unbedingt erhalten bleiben. Ich finde gut, dass dafür Unterschriften gesammelt werden. " Wolfgang Hilbert (81), Großopitz (Fotos: Karl-Ludwig Obertür)
"Der Funkturm steht genau im Blickfeld unseres Hauses, gehört zur Landschaft und ist fast ein Naturdenkmal. Wenn wir auf Wilsdruff zufahren, sehe ich ihn schon von Weitem. Deshalb soll er unbedingt erhalten bleiben. Ich finde gut, dass dafür Unterschriften gesammelt werden. " Wolfgang Hilbert (81), Großopitz (Fotos: Karl-Ludwig Obertür) © undefined
"Der Sender ist das Wahrzeichen von Wilsdruff und muss stehenbleiben. Das sehen auch viele der Senioren so. Ich arbeite ehrenamtlich in der Seniorenarbeit und habe gestern bei einer Veranstaltung 19 Unterschriften für den Erhalt gesammelt, die ich heute abgeben werde." Lydia Bormann (70), Wilsdruff
"Der Sender ist das Wahrzeichen von Wilsdruff und muss stehenbleiben. Das sehen auch viele der Senioren so. Ich arbeite ehrenamtlich in der Seniorenarbeit und habe gestern bei einer Veranstaltung 19 Unterschriften für den Erhalt gesammelt, die ich heute abgeben werde." Lydia Bormann (70), Wilsdruff © undefined
"In der heutigen Zeit fällt alles unter den Hammer, was kein Geld einbringt. An anderer Stelle werden Steuern verschwendet und keiner wird dafür zur Rechenschaft gezogen. Könnte man den Funkmast nicht in kürzerer Form erhalten, um damit auch Blitze weiterhin ableiten zu können?" Klaus Michalk (71), Dresden
"In der heutigen Zeit fällt alles unter den Hammer, was kein Geld einbringt. An anderer Stelle werden Steuern verschwendet und keiner wird dafür zur Rechenschaft gezogen. Könnte man den Funkmast nicht in kürzerer Form erhalten, um damit auch Blitze weiterhin ableiten zu können?" Klaus Michalk (71), Dresden © undefined
"Früher, als ich im Kaufbacher Kindergarten gearbeitet habe, hat mich der Sender gestört. Wenn wir die Kindergesänge mit dem Tonbandgerät aufnehmen wollten, hat er ein Rauschen verursacht. Das ist aber lange her. Jetzt freue ich mich, wenn ich ihn sehe. Dann weiß ich, ich bin zu Hause." Erika Götze (87), Kesselsdorf
"Früher, als ich im Kaufbacher Kindergarten gearbeitet habe, hat mich der Sender gestört. Wenn wir die Kindergesänge mit dem Tonbandgerät aufnehmen wollten, hat er ein Rauschen verursacht. Das ist aber lange her. Jetzt freue ich mich, wenn ich ihn sehe. Dann weiß ich, ich bin zu Hause." Erika Götze (87), Kesselsdorf © undefined
"Es ist traurig, dass der Mast abgerissen werden soll, er gehört doch zu Wilsdruff. Ich hoffe, wir können den Abriss noch verhindern. Schließlich hält der Turm auch Gewitter ab – das haben schon früher die älteren Leute gesagt. Der Sender könnte doch für Feiern und Ausstellungen genutzt werden." Eva Gründer (60), Wilsdruff
"Es ist traurig, dass der Mast abgerissen werden soll, er gehört doch zu Wilsdruff. Ich hoffe, wir können den Abriss noch verhindern. Schließlich hält der Turm auch Gewitter ab – das haben schon früher die älteren Leute gesagt. Der Sender könnte doch für Feiern und Ausstellungen genutzt werden." Eva Gründer (60), Wilsdruff © undefined
"Ich bin extra mit dem Bus von Dresden nach Wilsdruff gekommen, um diese Aktion zu unterstützen. Ich kenne den Sender. Als Ausbilder war ich in den 1990er- und 2000er-Jahren etwa fünfmal dort, um unseren Lehrlingen die Sendetechnik zu zeigen. Die haben Bauklötzer gestaunt." Hans-Jörg Uhlemann (67), Dresden
"Ich bin extra mit dem Bus von Dresden nach Wilsdruff gekommen, um diese Aktion zu unterstützen. Ich kenne den Sender. Als Ausbilder war ich in den 1990er- und 2000er-Jahren etwa fünfmal dort, um unseren Lehrlingen die Sendetechnik zu zeigen. Die haben Bauklötzer gestaunt." Hans-Jörg Uhlemann (67), Dresden © undefined