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Unterschriften gegen Zschaitzer Funkturm

Die Debatte um einen neuen Standort in Lüttewitz flacht nicht ab. Der Protest der Bürger hält an. Doch das letzte Wort hat nicht die Gemeinde.

Symbolbild: Mobilfunkmast im Wald bei Cotta in Sachsen.
Symbolbild: Mobilfunkmast im Wald bei Cotta in Sachsen. © Daniel Schäfer

Zschaitz-Ottewig. Knapp einen Monat ist es her, dass der Zschaitzer Gemeinderat einen geplanten Funkmast in Lüttewitz abgelehnt hat. Die Räte begründeten ihr Vorgehen mit dem Standort, der laut den Bauplänen nur knapp 50 Meter von den Wohnhäusern weg entstehen soll. Vor allem zahlreiche Anwohner haben Angst vor einer zu hohen Strahlenbelastung. Deshalb protestieren sie mittlerweile auch mit Unterschriften gegen den geplanten Standort – nicht grundsätzlich gegen einen Funkturm.

Vorschläge für Alternativstandorte

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats übergaben sie den Mitgliedern und Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos) eine Mappe mit über 150 Unterschriften von Anwohnern, die gegen einen Bau eines Funkturms in weniger als 500 Meter Entfernung zu Wohnhäusern sind.

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 In der Sitzung äußerten die Betroffenen Vorwürfe gegen die Politik und die geringe Bürgerbeteiligung bei der Thematik. „Warum wurden wir erst jetzt einbezogen und nicht bereits bei den ersten Planungen?“, fragte ein Bürger. Sie fühlten sich „völlig machtlos“, bezeichnete es eine Anwohnerin.

Zusammen mit den Unterschriften sind zwei Standorte in den Aufzeichnungen (liegen unserer Zeitung vor) zu finden, die die Bürger der Telekom vorschlagen wollen, als Alternative zur aktuellen Planung. Darunter befindet sich ein Punkt zwischen Goselitz und Ottewig, mitten auf einer Grünfläche, sowie ein Standort auf einer landwirtschaftlichen Fläche zwischen Lüttewitz, Glaucha und Ottewig sowie dem Schweimnitzer Bach.

 „An diesen beiden Orten befindet sich in 600 Meter Radius keine Wohnfläche, sondern nur Natur. Auch ein Weg wäre in der Nähe, der die Zufahrt zu dem Standort gewährleisten würde“, so ein Anwohner bei der Sitzung. „Wem die Fläche gehört wissen wir nicht. Das müsste geklärt werden.“ 

Bereits vor dem endgültigen Antrag für den Standort in Lüttewitz hatte die Deutsche Funkturm GmbH als Bauherr des Vorhabens bei der Gemeinde fünf bis sechs Standorte angefragt, wie Bürgermeister Barkawitz informierte. „Da es sich bei den Anfragen jeweils nicht um Land der Gemeinde handelt, konnten wir uns dazu nicht äußern.“ Deshalb gab es letztendlich eine Einigung zwischen dem Eigentümer der Fläche in Lüttewitz und der Telekom-Tochter.

Letztes Wort hat der Landkreis

Ob sich die Firma nun überhaupt mit Alternativen beschäftigen wird, ist fraglich. Laut Immo Barakwitz sei die Gemeinde am Bauantrag beteiligt worden und durfte ihre Position dazu äußern, jedoch ist das Landratsamt Mittelsachsen die obere Behörde und hat somit die Hand über dem Vorhaben.

 „Verstößt der Bauantrag nicht gegen geltendes Gesetz, dann wird sich das Landratsamt auch über den Bürgerwillen hinweg für den Funkturm aussprechen“, meint er. Dann stehe dem Bau nichts mehr im Wege.

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