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Unterwegs mit dem Covid-Taxi

Jens Krause fährt über Wochen mit dem Coronavirus Infizierte von Roßwein zur Behandlung nach Döbeln. Die ist für die Patienten lebensnotwendig.

Jens Krause im Vollschutz. Vor wenigen Tagen hat der Roßweiner den vorerst letzten Corona-Patienten zur Dialyse gefahren.
Jens Krause im Vollschutz. Vor wenigen Tagen hat der Roßweiner den vorerst letzten Corona-Patienten zur Dialyse gefahren. © Norbert Millauer

Roßwein/Döbeln. Wenn Jens Krause in den vergangenen Wochen in das Covid-Taxi des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gestiegen ist, musste er dafür Vollschutz-Kleidung anlegen. Von Kopf bis Fuß war er vermummt. Er trug eine Atemmaske, einen speziellen Overall, Einmal-Handschuhe und -Füßlinge. Seine Mission: Mit dem Coronavirus infizierte Patienten zur Behandlung zu fahren, die für sie lebensnotwendig ist – die Dialyse. Jens Krause gehört zu den Menschen, die als „Helden des Alltags“ in der Coronakrise von der Kreissparkasse gewürdigt worden sind. 

Darüber freut sich der 38-Jährige, auch wenn er sich selbst nicht als Held sieht. Angst, sich selber mit dem Virus anzustecken, hat er nicht. „Dafür gibt es ja die Schutzkleidung“, sagt der Roßweiner. 

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Vor wenigen Tagen hatte er seinen vorerst letzten Corona-Einsatz. Der letzte Dialyse-Patient wurde negativ auf das Covid-19 getestet. Damit beginnt für Jens Krause wieder seine eigentliche Arbeit bei der Hainichener Servicegesellschaft (HSG), einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen. Dort übernimmt er ebenfalls Fahrdienste zum Arzt, aber auch zum Einkaufen oder zu anderen Aktivitäten. Dabei muss er nur noch einen Mund-Nase-Schutz anlegen, sobald ein Patient im Fahrzeug sitzt.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

„Wir haben eine Ausnahmegenehmigung und dürfen die Schutzmaske auch während der Fahrt anbehalten.“ Für seinen ehrenamtlichen Einsatz als Fahrer des sogenannten Covid-Taxis hat die HSG Jens Krause freigestellt. „Aber auch während seines Urlaubs hat er die Fahrten übernommen“, sagt René Illig, Leiter soziale Dienste des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen.

Normalerweise erreichen die Patienten die Dialyse-Praxis in Döbeln an der Grimmaischen Straße in einem normalen Taxi oder im Krankentransportwagen (KTW). „Das ist aber mit den auf das Corona-Virus positiv Getesteten nicht möglich“, erklärt Illig. Aus diesem Grund habe sich der DRK-Kreisverband für diese Transportmöglichkeit entschieden. Sieben Patienten seien betroffen gewesen.

Während seines Einsatzes als Fahrer des Covid-Taxis musste Jens Krause oft mehrmals täglich die Schutzkleidung wechseln. „Manchmal habe ich bis zu fünf Anzüge am Tag gebraucht“, erzählt der Familienvater. Wenn es warm ist, sei das Fahren unter Vollschutz ganz schön anstrengend. Ein Problem hat er damit aber nicht.

Rettungsschwimmer, Katastrophenschützer und mehr

Jens Krause ist schon seit vielen Jahren Mitglied der Döbelner Wasserwacht. Er ist Rettungsschwimmer und zudem im Katastrophenschutz tätig. Anderen Menschen zu helfen, ist für ihn „ ganz normal“. Deshalb zögerte er auch nicht, als der DRK-Kreisverband anfragte, ob er die Fahrten für die Dialyse-Patienten übernehmen würde.

Gerade absolviert Krause eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Später will er noch die Zusatzqualifikation zum sogenannten „Fließwasserretter“ erwerben. Hat er die in der Tasche, kann er zur Rettung von Menschen eingesetzt werden, die in Flüssen in Not geraten sind.

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Jens Krause freut sich schon darauf, wenn der Trainingsbetrieb der Döbelner Wasserwacht wieder aufgenommen werden kann. Denn auch der ist mit Beginn der Corona-Beschränkungen eingestellt worden. Lediglich einige Dienste seien seit wenigen Tagen wieder möglich. Eine seiner Töchter trainiert ebenfalls bei der Döbelner Wasserwacht. Sie ist in der Kindergruppe aktiv.

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